Was ist interne Validität? | Definition & Beispiele
Die interne Validität bezieht sich auf die Qualität eines Forschungsdesigns. Die Ergebnisse einer Forschung sind intern valide, wenn sie das messen, was sie messen sollen, und daher glaubwürdige Ergebnisse liefern.
Eine hohe interne Validität bedeutet, dass die Schlussfolgerungen der Studie wahrscheinlich zuverlässig sind. Sie ist eine der wichtigsten Validitätsarten in der Forschung.
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Was ist interne Validität?
Interne Validität beschreibt, wie gut eine Studie belegt, dass ein bestimmter Einfluss tatsächlich ein Ergebnis verursacht. Sie ist sowohl in der qualitativen Forschung als auch in der quantitativen Forschung wichtig.
Eine Studie mit hoher interner Validität stellt sicher, dass andere mögliche Ursachen keine Rolle spielen. So lässt sich der untersuchte Einfluss klar vom Rest trennen.
Hat deine Studie eine geringe interne Validität, können andere Faktoren das Ergebnis beeinflusst haben. In diesem Fall lässt sich kein sicherer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang feststellen.
- Die Behandlungsgruppe erhält das neue Medikament gegen Kopfschmerzen.
- Die Kontrollgruppe erhält keine Medikamente.
Die Umfrage zeigt, dass die Behandlungsgruppe weniger und schwächere Kopfschmerzen hat als die Kontrollgruppe. Du vermutest, dass die Behandlung wirkt. Ein Kollege weist jedoch darauf hin, dass auch ein Placebo-Effekt die Ursache sein könnte.
Die Verbesserung könnte also vom Glauben an die Behandlung kommen und nicht von der Behandlung selbst.
Deshalb passt du den Versuchsaufbau an und setzt eine Placebo-Gruppe ein. So kannst du prüfen, ob die Wirkung wirklich von der Behandlung stammt.
Durch die Placebo-Gruppe ist die interne Validität deiner Studie höher.
Interne vs. externe Validität
Interne und externe Validität beeinflussen, wie man die Ergebnisse einer Studie verstehen kann.
- Die interne Validität zeigt, ob der Aufbau und die Methoden einer Studie es ermöglichen, auf einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Variablen zu schließen.
- Die externe Validität dagegen zeigt, ob die Ergebnisse einer Studie auf andere Bevölkerungsgruppen und Situationen übertragen werden können.
Zwischen interner und externer Validität besteht immer ein Kompromiss.
Je mehr du externe Variablen kontrollierst (= interne Validität), desto schwerer lassen sich die Ergebnisse auf verschiedene Menschen oder Situationen übertragen (= externe Validität).
In einer kleinen Laborstudie (z. B. mit 20 Kindern) kannst du den Versuch genau kontrollieren, Ablenkungen vermeiden und die Wirkung der App klar messen. Du kannst den Kindern z. B. eine Reihe von Wörtern auf einem Bildschirm zeigen und dann sofort ihre Fähigkeit testen, sich an diese Wörter zu erinnern.
In diesem Fall ist die interne Validität hoch, weil die Ergebnisse mit der Verwendung der App zusammenhängen. Allerdings ist es schwierig, die Ergebnisse auf andere Gruppen und Situationen zu übertragen, weil die Bedingungen künstlich hergestellt wurden.
In einer großen Feldstudie hingegen (z. B. mit 100 Kindern) in Schulen oder zu Hause ist die Umgebung realistisch und die Ergebnisse lassen sich besser auf andere Kinder übertragen. Das erhöht die externe Validität, aber Ablenkungen und andere Einflüsse können die Ergebnisse verzerren. Daher sinkt die interne Validität.
Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, sollte man beide Aspekte abwägen und den Studienaufbau entsprechend wählen.
Komm auf unseren Blog, wenn du erfahren willst, was der Unterschied zwischen Reliabilität und Validität ist.
Interne Validität: Risiken & Maßnahmen
Es ist wichtig, Risiken für die interne Validität zu erkennen und zu vermeiden. Einzelgruppenstudien und Mehrgruppenstudien haben dabei unterschiedliche Risiken.
Risiken für die interne Validität bei Ein-Gruppen-Studien
Eine Ein-Gruppen-Studie umfasst eine einzelne Gruppe von Teilnehmenden, die zu einem bestimmten Zeitpunkt und dann erneut zu einem späteren Zeitpunkt bewertet werden (Pre-Post-Design).
Das Ziel besteht darin, die Veränderung innerhalb derselben Gruppe im Laufe der Zeit zu untersuchen.
Du bewertest die Angstsymptome der Studierenden vor dem Start des Programms (Pre-Test) und am Ende des 8-wöchigen Programms (Post-Test).
Risiken für die interne Validität können z. B. Folgende sein:
| Risiko | Erklärung | Beispiel |
| eigene Entwicklung | Ergebnisse ändern sich mit der Zeit unabhängig von der Studie. | Studierende fühlen sich später sicherer, weil sie mehr Erfahrung haben. |
| Messfehler | Unterschiedliche Messmethoden verfälschen Ergebnisse. | Pre-Test: 45 Minuten Beobachtung Post-Test: nur 15 Minuten Beobachtung |
| Übungseffekt | Die Wiederholung des Tests beeinflusst die Ergebnisse. | Studierende kennen den Test schon und reagieren anders. |
Um die Risiken der internen Validität in einer Ein-Gruppen-Studie zu minimieren, eignen sich folgende Maßnahmen:
- Kontrollgruppen nutzen: Vergleiche eine Gruppe, die die Behandlung bekommt, mit einer Gruppe, die keine Behandlung bekommt. So siehst du, ob die Behandlung wirkt.
- Füllaufgaben einsetzen: Gib den Teilnehmenden zusätzliche Fragen, die nichts mit der Studie zu tun haben. So merken sie nicht genau, worum es geht, und antworten ehrlicher.
- Mehr Teilnehmende integrieren: Mit einer größeren Gruppe werden die Ergebnisse genauer. Ausreißer oder Zufall haben weniger Einfluss.
Risiken für die interne Validität bei Mehrgruppenstudien
Eine Mehrgruppenstudie umfasst mehrere Gruppen oder Populationen, die miteinander verglichen werden. Dieser Aufbau ermöglicht es Forschenden:
- Unterschiede zwischen Gruppen zu untersuchen,
- potenzielle Ursachen für Abweichungen zu identifizieren
- und externe Faktoren zu kontrollieren.
Die Schüler werden anhand ihrer anfänglichen Ausgangswerte in Gruppen eingeteilt (Gruppe A, Gruppe B und Gruppe C). Eine Gruppe dient als Kontrollgruppe und erhält keine Intervention.
Jede Gruppe wird zu Beginn und am Ende des 12-wöchigen Untersuchungszeitraums anhand eines Mathematiktests (Verhältnisdaten) bewertet.
Durch gezielte Gruppenzuteilung, eine Kontrollgruppe und standardisierte Tests über 12 Wochen wird die interne Validität der Studie gestärkt.
| Risiko | Erklärung | Beispiel |
| Rückkehr zum Durchschnitt | Sehr hohe oder sehr niedrige Werte gleichen sich im Laufe der Zeit aus. | Sehr gute oder schwache Schüler liegen beim nächsten Test eher in der Mitte. |
| Erwünschte Antworten | Teilnehmende reagieren anders, wenn sie das Studienziel kennen oder unter Druck stehen. | Eine Gruppe darf z. B. spielen, die andere nicht. Dadurch entstehen Neid oder Demotivation. |
| Studienabbrecher | Ausfälle von Teilnehmenden können die Ergebnisse verfälschen. | Viele Schüler in einer Gruppe liefern keine Daten. Dadurch ist ein Vergleich mit der Kontrollgruppe schwierig. |
| Auswahlverzerrung | Gruppen sind von Anfang an unterschiedlich zusammengesetzt. | Da Gruppe A stärkere und Gruppe B schwächere Schüler hat, sind Unterschiede nicht nur auf den Unterricht zurückzuführen. |
Um die Risiken der internen Validität in einer Studie mit mehreren Versuchsgruppen zu minimieren, eignen sich folgende Maßnahmen:
- Verblindung: Ein einfach-blinder, doppel-blinder oder sogar dreifach-blinder Forschungsaufbau kann dir helfen, den Auswirkungen sozialer Interaktion und Beeinflussbarkeit entgegenzuwirken. Wenn Teilnehmende, Forschende und Datenerfassende nicht wissen, welche Behandlung ein Teilnehmender erhalten hat, ist es weniger wahrscheinlich, dass das Verhalten oder die Ergebnisse beeinflusst werden.
- Zufallszuweisung (Randomisierung): Durch die zufällige Einteilung der Teilnehmenden in Gruppen wirkt man den Folgen von Selektionsverzerrungen und Regression zum Mittelwert entgegen, da man sicherstellt, dass die Gruppen zu Beginn der Studie vergleichbar sind.
Weitere Artikel zum wissenschaftlichen Arbeiten findest du hier:
| Qualitative Forschung | Qualitative und quantitative Forschung | Reliabilität |
| Quantitative Forschung | Qualitative Inhaltsanalyse | Interne Validität |
| Likert-Skala | Validität | Externe Validität |
Häufig gestellte Fragen zur internen Validität
- Was ist interne Validität?
-
Die interne Validität bezieht sich auf die Qualität einer Forschung.
Die Ergebnisse einer Forschung sind intern valide, wenn sie das messen, was sie messen sollen, und daher glaubwürdige Ergebnisse liefern.
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- Was ist der Unterschied zwischen Konstruktvalidität und interner Validität?
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Konstruktvalidität bezieht sich darauf, ob eine Studie das misst, was sie messen soll.
Die interne Validität bezieht sich auf die Qualität einer Forschung. Eine Forschung ist intern valide, wenn du die richtigen Schlüsse aus den Forschungsmethoden ziehen kannst.
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- Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Validität?
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Interne Validität zeigt, ob Ergebnisse wirklich durch die untersuchte Ursache entstehen.
Externe Validität zeigt, ob Ergebnisse auf andere Personen oder Situationen übertragbar sind.
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- Was bedeutet Validität?
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Der Begriff ,Validität‘ stammt vom lateinischen Verb ,valere‘ und bedeutet ,stark sein‘ oder ,wirksam sein‘.
Im wissenschaftlichen Kontext beschreibt die Validität, wie gültig und aussagekräftig eine Messung oder ein Test ist. Man unterscheidet dabei zwischen interner Validität und externer Validität.
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Eisenbeil, J. (2026, 16. January). Was ist interne Validität? | Definition & Beispiele. Quillbot. Retrieved 21. Januar 2026, from https://quillbot.com/de/blog/wissenschaftliches-arbeiten/interne-validitaet/