Was ist externe Validität? | Definition & Beispiele

Die externe Validität gibt an, inwieweit die Ergebnisse einer Studie auf andere Bevölkerungsgruppen, Situationen und Kontexte außerhalb der Studienumgebung übertragen werden können.

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Was ist externe Validität?

Externe Validität beschreibt, ob die Ergebnisse einer Studie auf andere Personen, Situationen und Kontexte übertragbar sind. Sie zeigt, ob die Ergebnisse auch außerhalb der konkreten Studiensituation gelten.

Beispiel: geringe externe Validität
Forschende möchten den Einfluss von Alkohol auf den Schlaf untersuchen. Sie verwenden eine Stichprobe mit 100 Jura-Studierenden einer örtlichen Universität, die regelmäßig Alkohol trinken.

Sie werden zu einem Treffen eingeladen, bei dem sie alle dieselbe moderate Menge Alkohol konsumieren. Während sie im Labor der Universität schlafen, werden sie überwacht. Am Ende füllen sie einen Fragebogen zu ihrer Schlafqualität aus. Die Ergebnisse zeigen, dass Alkoholkonsum mit schlechterer Schlafqualität zusammenhängt.

Die externe Validität dieser Studie ist aus folgenden Gründen gering:

  • Die Studie wurde in einer künstlichen Umgebung (Labor) durchgeführt. Es ist also schwer, die Ergebnisse auf andere Umgebungen zu übertragen, da auch die ungewohnte Umgebung die Schlafqualität negativ beeinflussen kann.
  • Die Stichprobe bestand nur aus Jura-Studenten. Es ist also schwer, die Ergebnisse auf andere Gruppen, z. B. ältere Menschen, zu übertragen.
  • Die Stichprobe umfasste nur Personen, die regelmäßig Alkohol trinken, wodurch die Stichprobe nicht repräsentativ für die Bevölkerung ist (= Stichprobenverzerrung).

Manchmal wird die externe Validität mit der Reliabilität verwechselt, die ebenfalls ein Gütekriterium für Forschungsarbeiten ist. Wenn du mehr darüber wissen willst, lies den  Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘.

Arten der externen Validität

Es gibt zwei Hauptarten der externen Validität:

  • Ökologische Validität
  • Populationsvalidität

Ökologische Validität

Ökologische Validität beschreibt, wie realistisch eine Studie ist. Sie zeigt, ob die Untersuchung unter Bedingungen stattfindet, die dem Alltag der Teilnehmenden entsprechen und ihr Verhalten realistisch abbilden.

Beispiel: ökologische Validität
Forschende untersuchen, wie sich körperliche Aktivität auf die psychische Gesundheit von Studierenden auswirkt. Die Studierenden tragen im Alltag einen Fitness-Tracker und beantworten täglich kurze Fragen zu ihrem Befinden über einen Zeitraum von vier Wochen.

Die Studie hat eine hohe ökologische Validität, weil sie im normalen Lebensumfeld der Teilnehmenden stattfindet und natürliche Schwankungen von Aktivität und psychischem Wohlbefinden über die Zeit erfasst.

Populationsvalidität

Die Populationsvalidität zeigt, ob die Ergebnisse einer Studie auf eine größere Gruppe übertragbar sind. Wenn die Stichprobe groß genug ist und die Merkmale der Zielgruppe gut abbildet, ist die Populationsvalidität hoch.

Am besten erreichen Forschende dies mit Zufallsstichproben, bei denen jede Person der Zielgruppe die gleiche Chance hat, ausgewählt zu werden. Doch auch bei Zufallsstichproben kann es passieren, dass bestimmte Gruppen der Zielpopulation zufällig nicht vertreten sind, z. B. nur Frauen ausgewählt werden. Dadurch sinkt die Populationsvalidität.

Um die Populationsvalidität zu verbessern, werden oft geschichtete Stichproben ausgewählt. Dabei wird die Population vorher in relevante Gruppen (z. B. nach Geschlecht oder Alter) unterteilt. Nach dem Zufallsprinzip werden aus jeder Gruppe proportional Personen ausgewählt, um die Repräsentativität sicherzustellen.

Beispiel: Populationsvalidität
Forschende untersuchen, wie Meditation das Glücksempfinden von Mitarbeitenden in einer Organisation beeinflusst. Die Teilnehmenden melden sich freiwillig an. So ergibt sich eine Stichprobe, die hauptsächlich aus jungen Frauen aus höheren sozioökonomischen Verhältnissen besteht, die sich bereits für Meditation interessieren.

Diese Merkmale führen dazu, dass die Stichprobe nicht repräsentativ für alle Mitarbeitenden ist. Mitarbeitende, die sich nicht anmelden, könnten andere Erfahrungen machen oder weniger Interesse an Meditation haben.

Die Studie hat eine geringe Populationsvalidität, weil die Stichprobe nicht zufällig ist und die Ergebnisse daher wahrscheinlich nicht auf alle Mitarbeitenden übertragbar sind.

Externe Validität vs. interne Validität

Neben der externen Validität gibt es auch die interne Valdität. Beide Arten stellen unterschiedliche Aspekte von Validität fest:

  • Die interne Validität zeigt, ob der Aufbau einer Studie sicherstellt, dass die Ergebnisse durch die untersuchte Ursache entstehen und nicht durch andere Einflüsse.
  • Die externe Validität zeigt, ob sich die Ergebnisse einer Studie auf andere Personen, Kontexte und Situationen übertragen lassen.

Interne und externe Validität stehen in einem permanenten Spannungsverhältnis: Je stärker ein Versuch oder ein Experiment kontrolliert wird, desto höher ist die interne Validität, desto geringer ist jedoch die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf reale Situationen.

Beispiel: interne vs. externe Validität
Forschende untersuchen, ob ein neues Medikament den Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Typ-2-Diabetes senkt.

Die Teilnehmenden werden zufällig einer Behandlungs- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Studie findet unter streng kontrollierten Laborbedingungen statt, sodass andere Einflüsse möglichst ausgeschlossen sind. Die Ergebnisse zeigen: Das Medikament senkt den Blutzuckerspiegel deutlich.

  • Die Studie hat eine hohe interne Validität, da der Effekt klar auf das Medikament zurückgeführt werden kann.
  • Die externe Validität ist jedoch gering, da die Studie in einer künstlichen Umgebung durchgeführt wurde und die Teilnehmenden nicht unbedingt für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes repräsentativ sind.

Externe Validität in der Psychologie

Externe Validität ist besonders in der medizinischen und psychologischen Forschung wichtig, weil dabei oft menschliches Verhalten, Denken und Erleben untersucht werden.  Diese Bereiche hängen stark von individuellen, sozialen und situativen Faktoren ab.

Die externe Validität gibt an, ob Ergebnisse auf andere Personen und Situationen übertragbar sind.

Beispiel: externe Validität in der Psychologie
Forschende untersuchen ein neues Programm zur kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung von Depressionen bei einer kleinen Gruppe junger, gebildeter Erwachsener. Die Teilnehmenden werden auf dem Campus rekrutiert.

Die Studie hat eine geringe externe Validität, weil die Stichprobe nicht vielfältig ist und die Ergebnisse nur schwer auf andere Altersgruppen, Bildungsschichten oder reale Situationen übertragbar sind.

Studien mit geringer externer Validität sollten nicht ohne weitere Prüfung verallgemeinert werden.

Beachte
Man unterscheidet zwischen qualitativer und quantitativer Forschung. Der Unterschied liegt darin, was untersucht wird und wie.

Externe Validität: Risiken und Maßnahmen

Es gibt mehrere Risiken für die externe Validität, und es ist wichtig, diese in jedem Forschungskonzept zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Risiken der externen Validität

Zeitliche Einflüsse Ereignisse vor oder während der Studie können die Ergebnisse verändern.
Stichprobenverzerrung Die Teilnehmenden repräsentieren nicht die Zielgruppe.
Situations- oder Testeffekt Die Teilnehmenden ändern ihr Verhalten, weil sie wissen, dass sie beobachtet werden.
Interaktionseffekt Die Wirkung hängt von den Eigenschaften der Teilnehmenden ab und lässt sich nicht auf andere Gruppen übertragen.
Beispiel: Risiken für externe Validität
Forschende untersuchen, ob Menschen mit Schlafstörungen von täglicher Meditation profitieren. Sie wählen 100 Teilnehmende im Alter zwischen 55 und 65 Jahren, bei denen nach einem Trauma Schlafstörungen diagnostiziert wurden. Sie alle werden in derselben Einrichtung behandelt.

Die Teilnehmenden werden per Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeordnet:

  • Sie nehmen an keiner Meditation teil (Kontrollgruppe).
  • Sie nehmen an einer 15-minütigen Meditation teil. (Gruppe 1)
  • Sie nehmen täglich an einer 30-minütigen Meditation teil. (Gruppe 2)

Ihre Schlafqualität wird zweimal bewertet: vor der Intervention (Pre-Test) und nach der Intervention (Post-Test).

Folgende Tabelle zeigt, wie die Risiken im oben genannten Beispiel aussehen könnten.

Risiken für die externe Validität

Risiko Beispiel
Zeitliche Einflüsse Eine Wahl findet kurz vor dem Pre-Test statt, was den Schlaf beeinflusst.
Stichprobenverzerrung Nur Personen mit Schlafstörung nach einem Trauma nehmen teil, nicht Personen mit allen Formen der Schlafstörung.
Beobachtungseffekt Teilnehmende hören entspannende Musik, weil sie wissen, dass ihr Verhalten untersucht wird.
Situations- oder Testeffekt Die Studie wird im Winter durchgeführt. Ergebnisse im Sommer könnten anders sein.
Interaktionseffekt Meditation verbessert Schlaf nur bei älteren Teilnehmenden, nicht bei Schichtarbeitern.

Wie man die externe Validität erhöht

Um Ergebnisse auf andere Personen und Situationen übertragen zu können, helfen drei Maßnahmen:

  • Durchführung in natürlicher Umgebung: Forschung möglichst in realen Situationen durchführen.
  • Replikation: Studien wiederholen, um zu prüfen, ob die Ergebnisse auch in anderen Gruppen oder Umgebungen gelten.
  • Auswahl durch Zufallsstichproben: Jede Person der Zielgruppe sollte die gleiche Chance haben, an der Studie teilzunehmen.
Beispiel zur externen Validität
Eine Studie testet einen neuen Mathe-Lehrplan an einer kleinen Privatschule mit wohlhabenden Schülern. Die Klassen werden nicht zufällig zugeteilt, sondern nach ihren bisherigen Mathe-Kenntnissen. Der neue Lehrplan wird von externen Lehrern durchgeführt.

Die Studie hat eine geringe externe Validität, da die Ergebnisse kaum auf andere Schulen übertragbar sind.

Um die externe Validität zu erhöhen, wird die Studie anschließend an 20 öffentlichen Schulen in verschiedenen Bezirken durchgeführt. Die Klassen werden zufällig der Versuchs- oder Kontrollgruppe zugeteilt, und die Mathekenntnisse werden zu Beginn und am Ende des Schuljahres getestet. Der Unterricht findet unter normalen Bedingungen statt.

Die Studie hat eine hohe externe Validität, weil die Stichprobe groß und repräsentativ ist und die Untersuchung unter normalen Schulbedingungen stattfindet.

Häufig gestellte Fragen zur externen Validität

Erhöht die zufällige Zuteilung die externe Validität?

In Experimenten werden Teilnehmende oft zufällig auf Versuchs- und Kontrollgruppen verteilt. So sind die Gruppen im Durchschnitt gleich, bis auf die Variable, die getestet wird. Das macht die Ergebnisse zuverlässiger (hohe interne Validität).

Die externe Validität – also ob die Ergebnisse auf andere Menschen oder Situationen übertragbar sind – wird dadurch nicht automatisch besser. Dafür ist vor allem wichtig, dass die Stichprobe die Zielgruppe gut repräsentiert.

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Welche Art von Stichprobe eignet sich für die externe Validität?

Für eine hohe externe Validität ist es wichtig, eine Stichprobe zu wählen, die die Bevölkerungsgruppe gut abbildet, auf die du die Ergebnisse übertragen möchtest. Hierfür empfiehlt sich eine Zufallsstichprobe.

Eine Zufallsstichprobe erhöht auch andere Arten der Validität, z. B.  die interne Validität, und reduziert Verzerrungen.

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Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Validität?

Interne Validität zeigt, ob Ergebnisse wirklich durch die untersuchte Ursache entstehen.

Externe Validität zeigt, ob Ergebnisse auf andere Personen oder Situationen übertragbar sind.

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Was sind Validität, Reliabilität und Objektivität?

Objektivität, Reliabilität und Validität sind die drei Hauptgütekriterien für Forschungsarbeiten.

  • Objektivität bedeutet, dass die Ergebnisse einer Messung unabhängig von der durchführenden Person sind.
  • Reliabilität beschreibt die Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit der Messung.
  • Validität zeigt, ob tatsächlich das gemessen wird, was gemessen werden soll.

Sieh dir auch unseren Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘ an, wenn du mehr über die verschiedenen Gütekriterien in der Forschung erfahren möchtest..

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Vor jedem Test oder Experiment steht die Literaturrecherche. Wenn du Studien effizient analysieren und relevante Erkenntnisse in Sekunden finden willst, teste QuillBots Tool Chat-PDF.

Was ist ein Experiment?

In Experimenten verändern Forschende gezielt eine Variable, um zu sehen, wie sie eine andere beeinflusst. Das zeigt den Zusammenhang von Ursache und Wirkung und macht die Ergebnisse zuverlässig (hohe Validität).

Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘.

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Eisenbeil, J. (2026, 27. January). Was ist externe Validität? | Definition & Beispiele. Quillbot. Retrieved 5. Februar 2026, from https://quillbot.com/de/blog/wissenschaftliches-arbeiten/externe-validitaet/

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Jasmin Eisenbeil, B.A.

Jasmin ist staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch mit einem Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft. Als erfahrene Übersetzerin verfügt sie über fundierte Kenntnisse in Grammatik, Ausdruck und Übersetzung.

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