Reliabilität vs. Validität | Unterschiede und Beispiele

In der Forschung sind Reliabilität und Validität zentrale Konzepte. Sie helfen Forschenden dabei, zu beurteilen, ob Messungen zuverlässig und aussagekräftig sind.

  • Reliabilität sagt aus, ob ein Test verlässliche Ergebnisse liefert.
  • Validität gibt an, ob ein Test wirklich das misst, was er messen soll.

Beides ist besonders wichtig in Bereichen wie der Psychologie, wo Konstrukte wie Freude oder Angst untersucht werden, die nicht direkt messbar sind.

Deshalb müssen Forschende genau festlegen, wie solche Konstrukte gemessen werden, um eine nachvollziehbare Arbeitsweise zu gewährleisten.

Reliabilität vs. Validität
Merkmal Reliabilität Validität
Frage Liefert ein Test bei Wiederholung die gleichen Ergebnisse? Misst der Test tatsächlich das, was er messen soll?
Fokus Zuverlässigkeit/Konsistenz Genauigkeit/Aussagekraft
Beziehung Ein Test kann zuverlässig, aber gleichzeitig nicht valide sein. Ein valider Test muss zuverlässig sein.
Beispiel Ein Thermometer zeigt bei wiederholter Messung immer dieselbe Körpertemperatur → zuverlässig. Ein Thermometer misst tatsächlich die Körpertemperatur → valide.
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Was ist Reliabilität?

Reliabilität beschreibt, wie reliabel (= zuverlässig) ein Test ist.

Ein Test ist reliabel, wenn er unter gleichen Bedingungen bei wiederholter Durchführung immer zu den gleichen Ergebnissen kommt.

Dabei unterscheidet man 5 Arten der Reliabilität, die unterschiedliche Aspekte dieser Zuverlässigkeit prüfen: Interrater, Retest, Paralleltest, Split Half und die der internen Konsistenz.

Interrater‑Reliabilität

Interrater-Reliabilität misst, wie stark die Ergebnisse verschiedener Forschender übereinstimmen, wenn sie dieselben Daten auswerten. Hohe Werte bedeuten, dass verschiedene Personen zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Retest‑Reliabilität

Diese Art von Reliabilität prüft, ob ein Test bei zwei Messzeitpunkten unter gleichen Bedingungen ähnliche Ergebnisse liefert. Je stabiler das Merkmal, desto aussagekräftiger dieser Test.

Paralleltest‑Reliabilität

Hier werden zwei gleichwertige Test‑ oder Messversionen mit der gleichen Personengruppe durchgeführt. Stimmen die Ergebnisse überein, ist die Messung reliabel.

Split‑Half‑Reliabilität

Ein Test wird künstlich in zwei Hälften geteilt (z. B. Fragebogen in zwei gleich große Teile). Stimmen die Ergebnisse der beiden Hälften überein, ist die Messung konsistent.

Interne Konsistenz‑Reliabilität

Bei der internen Konsistenz-Reliabilität wird geprüft, wie stark einzelne Items (Fragen oder Aufgaben) innerhalb eines Tests miteinander korrelieren.

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Was ist Validität?

Validität zeigt, ob ein Test wirklich misst, was er messen soll. Man prüft sie, indem man verschiedene Arten der Validität betrachtet.

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Validität:

Testvalidität: Arten und Beispiele

Testvalidität zeigt, wie genau ein Test das misst, was er messen soll.

Arten der Testvalidität im Überblick
Arten Was sie bewertet Beispiel
Konstruktvalidität Misst der Test wirklich das, was er messen soll?
  • Ein Spiel für Kinder soll die Selbstbeherrschung testen, misst aber nur die motorischen Fähigkeiten der Kinder.
  • Die Konstruktvalidität ist gering.
Inhaltsvalidität Misst der Test alle wichtigen Aspekte des Konstrukts?
  • Eine Umfrage zu Schlafproblemen erfasst nur Probleme beim Einschlafen, aber nicht Probleme beim Durch- oder Ausschlafen.
  • Die Inhaltsvalidität ist gering.
Augenscheinvalidität Scheint der Test das zu messen, was er messen soll?
  • Eine Skala zur Prüfungsangst enthält überwiegend Fragen zur allgemeinen Lebenszufriedenheit.
  • Für Teilnehmende ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, dass damit Prüfungsangst gemessen werden soll.
  • Augenscheinvalidität ist gering.
Kriteriumsvalidität Entspricht ein Test dem ,Goldstandard‘ (= bewährte Methode, die als Referenz gilt)?
  • Ein Fragebogen soll den Studienerfolg vorhersagen.
  • Beim Vergleich der Fragebogenergebnisse mit den tatsächlichen Noten am Ende des Semesters zeigt sich kein signifikanter Zusammenhang.
  • Die Kriteriumsvalidität ist gering.
Konvergenzvalidität Führen ähnliche Tests zu gleichen Ergebnissen?
  • In einer Studie zu Stress beantworten Probanden einen Stress-Fragebogen.
  • Die Werte im Fragebogen stimmen kaum mit den biologischen Cortisolwerten der Probanden überein.
  • Die konvergente Validität ist gering.
Diskriminanzvalidität Unterscheidet der Test sich von nicht verwandten Konzepten?
  • Ein Intelligenztest korreliert stark mit einem Test für soziale Fähigkeiten.
  • Der Test misst nicht nur Intelligenz, sondern soziale Fähigkeiten (er ist nicht spezifisch).
  • Die Diskriminianzvalidität ist gering.

Ein valider Test muss also folgendermaßen sein:

  • zielgerichtet: Die Messung erfasst genau das beabsichtigte Konstrukt, z. B.: Ein Intelligenztest misst tatsächlich Intelligenz, nicht nur Lesefähigkeit oder Konzentration.
  • aussagekräftig: Die Ergebnisse sind zuverlässig und lassen sinnvolle Rückschlüsse auf das Konstrukt zu, z. B.: Ein Intelligenztest ergibt bei derselben Versuchsperson bei mehrfacher Durchführung ähnliche Ergebnisse.
  • abgegrenzt: Der Test erfasst nur das Zielmerkmal und nicht andere Eigenschaften, z. B.: Ein Intelligenztest wird nicht von Lesefähigkeit oder Schreibfertigkeiten beeinflusst bzw. verfälscht.

Experimentelle Validität: Arten und Beispiele

Experimentelle Validität prüft, ob wirklich ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang besteht (= interne Validität) und ob die Ergebnisse auf andere Situationen und Gruppen übertragbar sind (= externe Validität).

Arten der experimentellen Validität
Arten  Was sie prüft Beispiel
Interne Validität Ist die unabhängige Variable die Ursache der Veränderung?
  • Nach einem Anti-Angst-Programm haben Teilnehmende weniger Angst, nehmen aber auch Medikamente ein.
  • Effekt ist nicht eindeutig dem Programm zuzuschreiben.
  • Die interne Validität ist gering.
Externe Validität Sind die Ergebnisse auf andere Menschen oder Situationen übertragbar?
  • Eine Studie zur Smartphone-Nutzung wird bei Teenagern durchgeführt.
  • Die Ergebnisse lassen sich nicht auf andere Gruppen wie Berufstätige oder ältere Menschen übertragen.
  • Die externe Validität ist niedrig.
Ökologische Validität Entspricht die Situation der alltäglichen Realität?
  • Paare streiten im Labor unter Beobachtung. Im Alltag würden sie sich anders verhalten.
  • Die ökologische Validität ist gering.

Ein valides Experiment muss also:

  • zeigen, dass die veränderte Bedingung wirklich die Ursache für das Ergebnis ist.
  • Ergebnisse liefern, die auf andere Menschen oder Situationen übertragbar sind.
  • unter Bedingungen stattfinden, die dem echten Alltag ähneln.
Beachte
Wenn du eine Methode der qualitativen oder quantitativen Forschung in deiner Abschlussarbeit anwendest, solltest du kurz erläutern, wie du die Validität deiner Untersuchung sicherstellst.

Dazu kannst du nachstehende Beispielformulierungen verwenden:

  • Die Validität des Experiments wird durch … sichergestellt.
  • Durch Einhaltung von … wird die Validität des Experiments gewährleistet.
  • Die Störvariablen XX und XY werden eliminiert. So kann die interne Validität des Experiments gewährleistet werden.
  • Die Ergebnisse des durchgeführten Experiments lassen sich auf das Experiment XZ übertragen. Somit ist die externe Validität der Forschung sichergestellt.

Reliabilität vs. Validität: Tipps für die Forschung

Reliabilität und Validität hängen eng zusammen: Ein Test muss zuverlässig sein, um valide zu sein.

  • Reliabilität: Liefert ein Test immer gleiche Ergebnisse?
  • Validität: Misst der Test wirklich, was er messen soll?

Ein Test kann zuverlässig sein, ohne valide zu sein. Stell dir z. B. eine Uhr vor, die konstant 5 Minuten vorgeht: Die Messung ist stets zuverlässig, das Ergebnis jedoch ist falsch.

In der Forschung ist es sinnvoll, zuerst die Reliabilität zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Messungen konstant und zuverlässig sind. Validität ist entscheidend für die Aussagekraft der Ergebnisse. Allerdings ist die Validität oft schwieriger zu überprüfen als die Reliabilität.

Ein fundierter Forschungsprozess berücksichtigt beide Aspekte:

  • Reliabilität bei der Durchführung und Datenerhebung
  • Validität vor allem beim Aufbau der Studie

Weitere Artikel zum wissenschaftlichen Arbeiten findest du hier:

Qualitative Forschung Qualitative und quantitative Forschung Validität
Quantitative Forschung Qualitative Inhaltsanalyse Interne Validität
Likert-Skala Abhängige und unabhängige Variablen Externe Validität
Fallstudie Querschnittstudie

Häufig gestellte Fragen zur Reliabilität und Validität

Was ist ein Konstrukt?

Ein Konstrukt ist etwas, das man nicht direkt messen kann, z. B.  Angst oder Glück. Deshalb legen Forschende fest, wie das Konstrukt mithilfe messbarer Merkmale erfasst wird. Das nennt man Operationalisierung.
Wie gut diese Messung das Konstrukt tatsächlich trifft, zeigt die Validität (genauer: Konstruktvalidität).

Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘.

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Was ist ein Experiment?

In Experimenten verändern Forschende gezielt eine Variable, um zu sehen, wie sie eine andere beeinflusst. Das zeigt den Zusammenhang von Ursache und Wirkung und macht die Ergebnisse zuverlässig (hohe Validität).

Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘.

Tipp

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Warum ist Validität in der psychologischen Forschung wichtig?

In der Psychologie werden oft Konstrukte wie Glück oder Stress untersucht, die man nicht direkt messen kann. Deshalb legt man fest, wie sie messbar gemacht werden (= Operationalisierung). Validität zeigt dabei, ob ein Test wirklich das misst, was er messen soll.

Sieh dir unseren Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘ an, um das Thema noch besser zu verstehen.

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Was bedeutet Validität?

Der Begriff ,Validität‘ stammt vom lateinischen Verb ,valere‘ und bedeutet ,stark sein‘ oder ,wirksam sein‘.

Im wissenschaftlichen Kontext beschreibt die Validität, wie gültig und aussagekräftig eine Messung oder ein Test ist. Man unterscheidet dabei zwischen interner Validität und externer Validität.

Mehr darüber erfährst du auf unserem Blog.

Tipp

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Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Validität?

Interne Validität zeigt, ob Ergebnisse wirklich durch die untersuchte Ursache entstehen.

Externe Validität zeigt, ob Ergebnisse auf andere Personen oder Situationen übertragbar sind.

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Was sind Validität, Reliabilität und Objektivität?

Objektivität, Reliabilität und Validität sind die drei Hauptgütekriterien für Forschungsarbeiten.

  • Objektivität bedeutet, dass die Ergebnisse einer Messung unabhängig von der durchführenden Person sind.
  • Reliabilität beschreibt die Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit der Messung.
  • Validität zeigt, ob tatsächlich das gemessen wird, was gemessen werden soll.

Sieh dir auch unseren Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘ an, wenn du mehr über die verschiedenen Gütekriterien in der Forschung erfahren möchtest..

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Eisenbeil, J. (2026, 16. January). Reliabilität vs. Validität | Unterschiede und Beispiele. Quillbot. Retrieved 17. Januar 2026, from https://quillbot.com/de/blog/wissenschaftliches-arbeiten/reliabilitaet-vs-validitaet/

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Jasmin Eisenbeil, B.A.

Jasmin ist staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch mit einem Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft. Als erfahrene Übersetzerin verfügt sie über fundierte Kenntnisse in Grammatik, Ausdruck und Übersetzung.

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