„Häufiger leiden wir in der Vorstellung als in der Wirklichkeit.“
„Feuer erprobt das Gold, die Not einen tüchtigen Mann.“
„Einem vereinzelten Felsen auf seichtem Meeresgrunde will ich gleichen, an den die empörten Wogen von allen Seiten anprallen, ohne ihn von seinem Platze zu bewegen oder durch jahrhundertelangen Ansturm zu vernichten.“
„Sich selbst zu beherrschen, das ist die bedeutendste Herrschaft.“
„‚Ich halte dich für unglücklich, weil du nie Unglück hattest; du bist ohne Kampf durchs Leben gegangen; niemand weiß, was du hättest leisten können, nicht einmal du selbst.‘ Um sich selbst kennenzulernen, bedarf es der Proben; niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht.“
„Nicht den Tod fürchten wir, sondern die Vorstellung des Todes.“
„Der Tod erlöst von allen Schmerzen und ist die Grenze, ab der unsere Leiden nicht mehr bestehen; er versetzt uns zurück in jene Ruhe, in der wir lagen, bevor wir geboren wurden.“
„Nichts kann dir so sehr zur Mäßigung in allen Dingen verhelfen wie die häufige Überlegung, wie kurz und unsicher dieses Menschenleben sei. Was du auch tun magst, halte dir stets den Tod vor Augen.“
„Wo nur immer ein Mensch ist, da hat man Gelegenheit, Gutes zu tun.“
„Klage nicht über das, was dir genommen wurde, sondern danke für das, was dir zuteilwurde.“
„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
„Sei dankbar für das, was du hast; warte auf das Übrige und sei froh, dass du noch nicht alles hast; es ist auch ein Vergnügen, noch auf etwas zu hoffen.“
„Gehe so mit dem Schwächeren um, wie du möchtest, dass der Stärkere mit dir umgeht.“
„Non est ad astra mollis e terris via.“ (Nicht leicht ist der Weg von der Erde zu den Sternen.)
„Errant consilia nostra, quia non habent, quo derigantur. Ignorant, quem portum petat, nullus suus ventus est.“ (Unsere Pläne schlagen fehl, weil sie kein Ziel haben. Sie wissen nicht, welchen Hafen sie anlaufen, kein Wind ist ihnen günstig.)
„Vivere, Lucili, militare est.“ (Leben, mein Lucilius, heißt kämpfen.)
„Wie viel glücklicher ist, wer von niemand abhängt als von sich selbst; da hat er leicht Neinsagen.“
„Stärker als alles Schicksal ist unser Herz; es wendet die Dinge nach dieser oder nach jener Seite und schafft sich selbst ein glückliches oder unglückliches Leben.“
„Leichter zu ertragen aber ist es, wie gesagt, etwas gar nicht zu bekommen, als es zu verlieren; darum sind, wie man sieht, diejenigen vergnügter, die das Glück gar nie besucht hat, als diejenigen, die es wieder verließ.“
„Häufiger leiden wir in der Vorstellung als in der Wirklichkeit.“
„Nie wird der glücklich sein, den es quält, wenn ein anderer glücklicher ist.“
„Die Zwischenräume sind oft ganz klein; zwischen dem Besitz des Thrones und dem Knien auf dem Boden ist vielleicht nur eine einzige Stunde. Bedenke daher, dass jeder Zustand wandelbar ist und dass, was irgendeinem zustößt, auch dir zustoßen kann.“