Growth Mindset | mit der richtigen Denkweise zum Erfolg

Growth Mindset (= ‚Wachstumsdenken‘) ist die Überzeugung, die eigenen Fähigkeiten durch Übung, Anstrengung und das Einholen von Feedback weiterentwickeln zu können.

Mit einem Growth Mindset fällt es leichter, neue Herausforderungen anzunehmen und aus Fehlern zu lernen.

Hier erfährst du, was ein Growth Mindset auszeichnet, wie es sich von einem Fixed Mindset unterscheidet und wie du eine solche Denkweise fördern kannst.

      Das Wichtigste in Kürze
  • Growth Mindset (dt. ‚Wachstumsdenken‘) ist eine dynamische Denkweise. Sie zeichnet sich durch die innere Überzeugung aus, die eigenen Fähigkeiten durch Anstrengung, Übung und Feedback weiterentwickeln zu können.
  • Beim Growth Mindset sieht man Fehler und Kritik als Lernchance und lässt sich vom Erfolg anderer inspirieren.
  • Das Gegenteil von Growth Mindset ist das Fixed Mindset (= starre Denkweise). Bei einem Fixed Mindset geht man davon aus, dass Intelligenz, Talente und Fähigkeiten naturgegeben und damit nicht (oder kaum) veränderlich sind.

Growth Mindset: Definition und Bedeutung

Growth Mindset (dt. ‚Wachstumsdenken‘ oder ‚dynamisches Selbstbild‘) ist die innere Überzeugung, dass man Fähigkeiten und Kenntnisse durch Lernen, Üben, Anstrengung, Feedback und Ausdauer verbessern kann.

Das Konzept geht auf die US-amerikanische Psychologin Carol Dweck zurück.

Menschen mit einem Growth Mindset sehen Hindernisse und Fehler als Lernmöglichkeiten. Statt aufzugeben, probieren sie neue Lösungswege aus.

Sie holen sich aktiv Feedback ein und nehmen Kritik zum Anlass, sich weiterzuentwickeln. Der Erfolg anderer inspiriert und motiviert sie.

Ein Growth Mindset zu haben, bedeutet nicht, alles erreichen zu können, da körperliche Voraussetzungen, Begabungen und soziale Bedingungen ebenfalls eine Rolle spielen.

Es kann jedoch dabei helfen, das eigene Potenzial auszuschöpfen.

Tipp
Wenn du mehr über förderliche Denkweisen erfahren willst, kannst du auch Quillbots KI fragen.

Growth Mindset versus Fixed Mindset

Bei einem Growth Mindset (= ‚Wachstumsdenken‘) geht man davon aus, dass sich Fähigkeiten und Kenntnisse durch Üben, Anstrengung und Feedback verändern und weiterentwickeln lassen.

Im Gegensatz dazu ist die Grundannahme bei einem Fixed Mindset (= starre Denkweise), dass Talente, Fähigkeiten und Intelligenz angeboren und daher unveränderlich sind.

Die beiden Denkweisen beeinflussen, wie Menschen mit Herausforderungen, Fehlern, Rückschlägen, Kritik und dem Erfolg anderer umgehen.

Während Menschen mit einem Fixed Mindset Herausforderungen z. B. eher meiden, sehen Menschen mit einem Growth Mindset sie als Chance, dazuzulernen.

Das ‚Not-yet- Prinzip‘ von Carol Dweck zeigt den Unterschied der beiden Mindsets anhand des kurzen Wortes ‚yet‘ (= ‚noch‘):

Ein resigniertes ‚Ich kann das nicht.‘ (Fixed Mindset) wird bei einem Growth Mindset zu ‚Ich kann das noch nicht.‘, was Perspektiven eröffnet.

In der Regel haben Menschen Anteile von beiden Denkweisen verinnerlicht, die je nach Situation wechseln können.

Du kannst jedoch bewusst ein Growth Mindset entwickeln und fördern.

Unterschiede Growth Mindset und Fixed Mindset mit Beispielen
Growth Mindset Fixed Mindset
Heraus-
forderungen
Du nimmst Herausforderungen an, auch wenn du Respekt davor hast.

Motto: „Es ist schwierig, aber ich werde es schaffen.“

Du meidest Herausforderungen.

Motto: „Das ist zu schwierig für mich.“

Fehler und Rückschläge Du siehst Fehler als Möglichkeit, dich zu verbessern.

Motto: „Was kann ich daraus lernen?“

Du siehst Fehler als Bestätigung, dass du unfähig bist.

Motto: „Ich wusste gleich, dass ich das nicht kann.“

Kritik Du nimmst berechtigte Kritik zum Anlass, dein Vorgehen zu überdenken und daran zu arbeiten.

Motto: „Welche Hinweise bringen mich weiter?“

Du nimmst Kritik persönlich und siehst sie als Ausdruck deines Unvermögens.

Motto: „Die anderen halten mich für unfähig/dumm.“

Erfolg anderer Du lässt dich vom Erfolg anderer inspirieren und motivieren.

Motto: „Das will ich auch erreichen. Was kann ich mir abschauen?“

Du bist neidisch auf den Erfolg anderer und/oder reagierst mit Resignation.

Motto: „Die anderen sind viel besser als ich.“

Anstrengung Du siehst Anstrengung als hilfreiches Mittel, um zum Erfolg zu kommen.

Motto: „Durch Üben werde ich immer besser!“

Du denkst, dass Anstrengung zu nichts führt, und meidest sie.

Motto: „Wenn ich mich so anstrengen muss, liegt es mir einfach nicht.“

Vorteile eines Growth Mindset

Ein Growth Mindset kann dir beim Lernen, im Beruf und in persönlichen Beziehungen helfen.

Die wichtigsten Vorteile eines Growth Mindset sind:

  • Erhöhte Lernbereitschaft: Wenn du weißt, dass Anstrengung sich lohnt und du dich durch Üben verbesserst, bist du eher bereit, dich mit neuen Aufgaben und Themen zu beschäftigen.
  • Entspannterer Umgang mit Fehlern: Du siehst Fehler als Chance. Du untersuchst, warum etwas nicht funktioniert hat und leitest daraus neue Vorgehensweisen ab.
  • Offenheit für Feedback und Kritik: Du nimmst Feedback und Kritik nicht persönlich, sondern nutzt sie, um dich weiterzuentwickeln.
  • Durchhaltevermögen: Schwierigkeiten und Probleme beim Lernen oder im Job sind für dich kein Grund, aufzugeben. Du bleibst dran!
  • Selbstwirksamkeit: Du weißt, dass du durch dein Handeln deine eigene Entwicklung steuern kannst.

Growth Mindset entwickeln: 8 praktische Tipps mit Beispielen

Hier findest du 8 praktische Tipps, um ein Growth Mindset zu entwickeln.

Tipp Erklärung Beispiel
1. Beobachte deine Gedanken Beobachte, wie du in schwierigen Situationen oder bei Kritik reagierst:

Gibst du schnell auf? Oder überlegst du, wie du etwas verändern kannst?

Notiere deine Beobachtungen.

Du bemerkst, dass du auf Kritik beleidigt oder mit Rückzug reagierst.

Du notierst deine Beobachtungen, um dein Verhalten zu analysieren.

2. Nutze das Wort ‚noch‘ Statt „Ich kann das nicht.“ sagst du: „Ich kann das noch nicht.“

Du wandelst die feststehende Aussage in Potenzial.

Du sollst ein Team-Meeting auf Englisch halten. Statt „Ich kann das nicht.“ sagst du dir: „Ich kann das noch nicht, aber ich habe Lösungen dafür.“

Du kannst dich auf Englisch vielleicht (noch) nicht flüssig unterhalten, weißt aber, dass du es z. B. mithilfe von Übersetzungs-Tools schaffst, die wichtigsten Punkte zu vermitteln.

3. Verlasse deine Komfortzone Probiere bewusst Neues aus. Übernimm z. B. Aufgaben, die du normalerweise lieber einem Kollegen oder einer Kollegin überlässt. Oder teste eine neue Sportart.

Durch neue Erfahrungen wird die Neuroplastizität verbessert (= Fähigkeit des Gehirns, lebenslang Synapsen und Nervenzellen zu verändern und neu zu verbinden).

Du sollst zum ersten Mal eine Präsentation vor deinem Team halten.

Statt die Aufgabe abzulehnen, übst du den Vortrag mehrmals und bittest eine Kollegin um Feedback.

4. Lerne aus Fehlern und Rückschlägen Fehler sind unangenehm. Sie zeigen dir aber, an welcher Stelle etwas noch nicht funktioniert.

Frage dich: Welche Ursache hatte der Fehler? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Du bekommst eine schlechte Note in einem Test.

Du schaust dir die Aufgaben an, die falsch waren, und übst gezielt, bis du sie lösen kannst.

5. Bleibe dran und probiere neue Lösungswege Nicht jede Strategie führt zum Erfolg.

Wenn du an einer Stelle nicht weiterkommst, versuche, deine Vorgehensweise zu ändern, hole zusätzliche Informationen ein oder suche dir Hilfe.

Du verstehst ein schwieriges Thema trotz mehrmaligen Lesens nicht.

Deshalb schaust du dir Erklärvideos an, liest in neuen Quellen nach und bearbeitest Übungsaufgaben.

6. Nutze Feedback Bitte andere konkret um Feedback. Frage, wie deine Arbeit und dein Auftreten auf sie wirken.

Leite daraus ab, wie du dein Vorgehen zukünftig optimieren kannst.

Du erhältst eine Absage auf eine Bewerbung.

Du fragst in der HR-Abteilung des Unternehmens nach den Gründen dafür.

Die Erkenntnisse nutzt du, um deine nächste Bewerbung zu verbessern.

7. Erkenne deine Fortschritte an Notiere, was du bisher gelernt und welche Herausforderungen du gemeistert hast.

Beachte auch kleine Fortschritte, die dir zeigen, dass du auf deiner Lernkurve vorankommst.

Du hast mit Joggen angefangen und trackst deine Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke.

Du notierst die Werte und bemerkst, dass du schon nach wenigen Wochen weiter und schneller laufen kannst.

8. Orientiere dich an Vorbildern und nimm Hilfe an Unterhalte dich mit Menschen, die eine Fähigkeit beherrschen, die du selbst gern hättest.

Du kannst von ihren Erfahrungen und Strategien lernen.

Nutze auch Lerngruppen und Mentoring-Gespräche. Sich Unterstützung und Hilfe zu holen, kann neue Wege aufzeigen.

Du würdest gern besser zeichnen können und bewunderst die Bilder einer Freundin.

Du lässt dir ihre Techniken zeigen und übst diese eigenständig.

Zwischendurch tauschst du dich mit deiner Freundin über deine Fortschritte aus.

Weitere Tipps
  • Setze dir bei allem, was du tust, realistische Ziele. Das beste Mindset hilft nichts, wenn die Ziele nicht erreichbar sind.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen, die eine Fähigkeit bereits sicher beherrschen, sondern deine Fähigkeiten von heute mit denen von gestern. So erkennst du, dass du auf dem richtigen Weg bist, und bleibst motiviert.

So förderst du das Growth Mindset bei anderen

Egal, ob bei Grundschulkindern oder Fachkräften: Du kannst das Growth Mindset gezielt bei anderen fördern.

Growth Mindset bei Kindern fördern

Ein Growth Mindset hilft Kindern und Jugendlichen, besser mit Rückschlägen umzugehen und Freude am Lernen zu entwickeln.

Wer überzeugt ist, dass Üben sich lohnt, sieht in einer schlechten Note nicht sofort persönliches Versagen, sondern ist motiviert, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Als Lehrkraft oder Elternteil kannst du ein Growth Mindset fördern, indem du die folgenden Punkte berücksichtigst:

  • Lobe den Lernprozess und nicht nur das Ergebnis oder das Talent. Statt zu sagen „Du bist richtig schlau.“ oder „Das Bild ist wunderschön.“, hebe lieber den Einsatz und die Ausdauer hervor: „Toll, durch dein fleißiges Üben kannst du den Text jetzt richtig flüssig lesen!“ oder „Du hast dir viele Gedanken gemacht, welche Farben du verwenden willst.“
  • Schaffe eine Atmosphäre, in der Kinder sich trauen, Fragen zu stellen und Fehler zu machen, ohne Angst zu haben, dafür abgewertet zu werden.
  • Rege die Selbstreflexion an. Frage, was bei einer Aufgabe gut geklappt hat und was schwierig war.
  • Sei ein Vorbild. Sprich darüber, was dir schon einmal schwergefallen ist und wie du trotzdem eine Lösung gefunden hast.

Growth Mindset bei Mitarbeitern fördern

Als Führungskraft kannst du folgendermaßen ein Growth Mindset in deinem Team fördern:

  • Delegiere verantwortungsvolle Projekte und ermutige Mitarbeitende, neue Aufgaben zu übernehmen.
  • Führe regelmäßig Feedbackgespräche und gib konkretes Feedback.
  • Analysiere Fehler gemeinsam mit Mitarbeitenden, anstatt zu tadeln und einen Schuldigen zu suchen.
  • Ermögliche Weiterbildung und Wissensaustausch.
  • Überlege zusammen mit deinem Team, wie ihr Arbeitsabläufe verbessern könnt.

Schau dir in diesem Zusammenhang auch unseren Artikel über den kooperativen Führungsstil an!

Weitere Artikel zum Thema ‚Lehren und Lernen‘

Manchmal reicht der bloße Wille nicht aus, um sich zu verbessern. Die gezielte Anwendung von Lernmethoden und -techniken kann dir helfen, deine Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern.

Schau dir dazu diese Artikel an:

Häufig gestellte Fragen zum Growth Mindset

Wie kann man ein Growth Mindset aufbauen?

Du kannst ein Growth Mindset aufbauen, indem du deine Reaktion auf Herausforderungen, Feedback und Kritik bewusst änderst.

Diese Tipps helfen dir dabei:

  • Nutze das Wort ‚noch‘ bei Herausforderungen. Statt „Ich kann das nicht“ sagst du „Ich kann das noch nicht“. Das nimmt Druck und eröffnet Möglichkeiten der Weiterentwicklung.
  • Betrachte Fehler und Kritik als Lernchance. Frage dich: Wo genau und warum ist ein Fehler passiert? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?
  • Suche Herausforderungen: Verlasse bewusst deine Komfortzone und tu etwas, das du noch nie gemacht hast oder was du dich bisher nicht getraut hast (z. B. neue Sportart, Rede halten).
  • Lerne von anderen: Beobachte Menschen, die eine Fähigkeit besitzen, die du auch gern hättest. Lass dich von ihren Erfolgen inspirieren und motivieren.

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Wie fördert man ein Growth Mindset in der Grundschule?

Um ein Growth Mindset bei Grundschulkindern zu fördern, kannst du z. B. Folgendes tun:

  • Lobe den Lernprozess und nicht das Ergebnis oder persönliches Talent. Statt „Du bist richtig schlau.“ sagst du z. B. „Du hast fleißig geübt und bist dadurch auf das richtige Ergebnis gekommen!“
  • Schaffe eine Atmosphäre, in der Kinder sich trauen, Fragen zu stellen und Fehler zu machen, ohne Angst zu haben, dafür abgewertet zu werden.
  • Rege die Selbstreflexion an. Frage, was bei einer Aufgabe gut geklappt hat und was schwierig war.
  • Sei ein Vorbild. Sprich darüber, was dir schon einmal schwergefallen ist und wie du trotzdem eine Lösung gefunden hast.

Tipp:

Komm auf den Quillblog, wenn du dich für didaktische Prinzipien oder konkrete Lerntechniken und Lernmethoden interessierst!

Für weitere Infos kannst du auch Quillbots KI fragen.

Was ist der Unterschied zwischen Growth Mindset und Fixed Mindset?

Bei einem Growth Mindset (= ‚Wachstumsdenken‘) geht man davon aus, dass sich Fähigkeiten und Kenntnisse durch Üben, Anstrengung und Feedback weiterentwickeln lassen.

Im Gegensatz dazu ist die Grundannahme bei einem Fixed Mindset (= starre Denkweise), dass Talente, Fähigkeiten und Intelligenz angeboren und daher unveränderlich sind.

Wenn du mehr darüber erfahren willst, kannst du auf dem Quillbog nachlesen oder Quillbots KI fragen.

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Anna Fragel, B.Sc.

Anna hat einen Hochschulabschluss in Logopädie. Sie hat als akad. Sprachtherapeutin und Dozentin gearbeitet. Ihre Expertise liegt in den Bereichen Sprachentwicklung, Grammatik und Rechtschreibung.

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