Was ist der Unterschied zwischen einem Tu-quoque-Argument und einem Ad-hominem-Argument?

Ein Tu-quoque-Argument ist eine Variante des Ad-hominem-Arguments.

  • Bei einem Ad-hominem-Argument wird eine Person für etwas kritisiert, das für das Thema irrelevant ist.
  • Bei einem Tu-quoque-Argument wird eine Person, die eine Frage, Kritik oder ein Argument äußert, mit dem Vorwurf der Heuchelei kritisiert.

Beide Argumente gehören zur Gruppe der Fehlschlüsse der Relevanz, auch bekannt als Ablenkungsmanöver (engl. ‚red herrings‘).

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Welche anderen Arten von Irrtümern gibt es in der Forschung?

Andere Arten von Irrtümern, die es neben der Sunk-Cost-Fallacy in der Forschung gibt, sind z. B.:

  • Korrelationsirrtum: Es wird fälschlicherweise angenommen, dass eine Korrelation auf eine Ursache-Wirkungs-Beziehung hinweist. Das ist z. B. der Fall, wenn zwei Ereignisse gleichzeitig stattfinden.
  • Ökologischer Fehlschluss: Es werden Annahmen über eine Person getroffen, indem man sich auf die kollektiven Daten einer Gruppe stützt.
  • Prävalenzfehler: Es werden wichtige statistische Daten übersehen, z. B. die allgemeine Häufigkeit eines Ereignisses. Gleichzeitig wird der Fokus auf weniger wichtige Details gelegt, z. B. auf einen Einzelfall.
  • Vorschnelle Verallgemeinerung: Es werden vage Schlussfolgerungen auf Basis unzureichender oder wenig objektiver Beweise gezogen.
  • Strohmann-Argument: Die Argumente der Gegenseite werden falsch oder übertrieben ausgelegt, um sie leichter angreifen zu können.
  • Falsches Dilemma: Es werden nur zwei Optionen präsentiert, als gäbe es keine weiteren.

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Worin unterscheiden sich Sunk-Cost-Fallacy und eskalierendes Commitment?

Die Sunk-Cost-Fallacy kann zu einem eskalierenden Commitment (= Bestätigungsfehler) führen.

Die Sunk-Cost-Fallacy ist der Fehler, an einer Entscheidung festzuhalten. Sie basiert auf der Fehlannahme, dass sich bereits angefallene Kosten wiederherstellen lassen.

Das eskalierende Commitment bedeutet, dass die Ressourcen erhöht werden, die in eine Fehlentscheidung investiert wurden. Eine Person fühlt sich dieser Entscheidung also noch stärker verpflichtet.

Das eskalierende Commitment entsteht also durch fehlerhafte Rückschlüsse auf die versunkenen Kosten.

Es werden noch mehr Zeit, Geld, Mühe und Emotionen aufgewendet, um das Verlorene zurückzugewinnen, auch wenn es vergeblich ist.

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Ist analogisierendes Argumentieren eine Variante des induktiven Argumentierens?

Analogisierendes Argumentieren wird manchmal als Unterkategorie des induktiven Argumentierens betrachtet. Es geht in beiden Fällen darum, konkrete Beispiele zu verallgemeinern und so allgemeine Grundsätze oder Muster abzuleiten.

Einige vertreten jedoch die Ansicht, dass sich analogisierendes und induktives Argumentieren unterscheiden.

Denn beim analogisierenden Argumentieren werden Konklusionen, auf der Grundlage von Gemeinsamkeiten zwischen Fällen gezogen, statt von konkreten Beispielen zu verallgemeinern.

Beide Ansätze sind wie das abduktive Argumentieren Formen des erweiternden Argumentierens (im Gegensatz zum deduktiven Argumentieren).

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Worin unterscheidet sich analogisierendes Argumentieren von einer Repräsentativitäts-Heuristik?

Beim analogisierenden Argumentieren und bei einer Repräsentativitäts-Heuristik geht es darum, Dinge oder Situationen anhand von Gemeinsamkeiten zu beurteilen.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied:

  • Analogisierendes Argumentieren: Es handelt sich um einen Vorgang, bei dem zu einer neuen Situation Konklusionen oder Rückschlüsse gezogen werden. Diese basieren auf Gemeinsamkeiten mit einer bekannten Situation.
  • Repräsentativitäts-Heuristik: Es handelt sich um eine gedankliche Abkürzung oder Faustregel, die verwendet wird, um etwas zu beurteilen. Sie basiert darauf, wie sehr ein Ding oder eine Situation einem typischen Beispiel ähnelt.

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Wie kann ich ein Argumentum ad hominem kontern?

Um ein Argumentum ad hominem bzw. Ad hominem zu kontern, kannst du Folgendes machen:

  • Sprich den Angriff offen an, damit auch Außenstehende ihn deutlich erkennen können.
  • Lass dich nicht auf das Argumentationsniveau deines Kontrahenten oder deiner Kontrahentin herab, sondern fokussiere dich auf das eigentliche Thema.
  • Bewahre Ruhe, um dich nicht von deinen Emotionen lenken zu lassen.

In manchen Fällen kann es allerdings besser sein, den Angriff einfach zu ignorieren, wenn du das Gefühl hast, deinem Gegenüber so am besten Grenzen aufzuzeigen.

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