Sondervermögen ist Unwort des Jahres 2025
Das Unwort des Jahres 2025 lautet: Sondervermögen.
Mit ‚Sondervermögen‘ ist im alltäglichen Sprachverständnis ein Teil eines bereits bestehenden Gesamtvermögens gemeint, der für besondere Zwecke abgesondert wird.
Im politischen Kontext steht ‚Sondervermögen‘ hingegen für die Schaffung eines Nebenhaushalts (z. B. für Verteidigung) mithilfe neu aufgenommener Kredite.
Durch den Begriff ‚Sondervermögen‘ werden laut Jury „demokratische Debatten über die Notwendigkeit der Schuldenaufnahme unterminiert: Verständlichkeit und Aufrichtigkeit werden hinsichtlich der aufgenommenen Schulden vermieden.“
Das Unwort des Jahres wird jedes Jahr im Rahmen der ‚Unwort-Aktion‘ von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Diese besteht aus vier Sprachwissenschaftler/-innen, einer Journalistin und wechselnden Gastjuror/-innen.
Ziel der Aktion ist es, auf einen problematischen oder missverständlichen Sprachgebrauch aufmerksam zu machen.
Zur Auswahl stehen aktuelle Begriffe, die beispielsweise diskriminierend, menschenverachtend, demokratiefeindlich, irreführend oder beschönigend sind.
Alle Bürger/-innen können bis Ende jedes Jahres Vorschläge für potenzielle Unwörter zusammen mit einer Quellenangabe einsenden.
Das Wort des Jahres 2025 lautet ‚KI-Ära‘.
Unwort des Jahres 2025: Platz 2
Der Begriff ‚Zustrombegrenzungsgesetz‘ ist bei der Wahl zum Unwort des Jahres auf Platz 2 gelandet.
Die Jury kritisiert, dass der Begriff sich der Metapher von reißenden Wassermassen bedient und Zuwanderung dadurch als eine riesige, unkontrollierbare Menge darstellt, was als „negativ, d. h. als Bedrohung“ wahrgenommen werden kann.
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Unwort des Jahres 2025: persönliches Unwort der Gäste
Neben dem erst- und zweitplatzierten Unwort des Jahres wurde 2025 auch das persönliche Unwort des Gastjuroren Ronen Steinke (Journalist und Jurist) verkündet. Es lautet: Umsiedlung.
Ronen Steinke sieht darin eine verharmlosende Bezeichnung für gewaltsame Vertreibung. Denn wenn man Menschen vor die Wahl stellt, „entweder beschossen und bombardiert zu werden oder ‚freiwillig‘ das zu tun, was man ihnen ‚anbietet‘“, könne von Freiwilligkeit keine Rede sein.
Steineke kritisiert außerdem, dass auch deutsche Medien den beschönigenden Begriff teilweise übernommen haben.
Zusätzlich zum Unwort des Jahres wird seit 2013 das ‚persönliche Unwort des Gäste‘ verkündet. Es wird jedoch nicht jährlich gewählt, da die Jury nur manchmal einen Gastjuroren bzw. eine Gastjurorin einlädt
Häufig gestellte Fragen zum Unwort des Jahres 2025
- Wer war die Jury für das Unwort des Jahres 2025?
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Die Jury für das Unwort des Jahres 2025 setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
- Prof. Dr. Constanze Spieß (Sprachwissenschaftlerin)
- Dr. Kristin Kuck (Sprachwissenschaftlerin)
- Prof. Dr. Martin Reisigl (Sprachwissenschaftler)
- Prof. Dr. David Römer (Sprachwissenschaftler)
- Alexandra-Katharina Kütemeyer (Journalistin)
- Ronen Steinke (Journalist, Autor und Jurist)
Die ersten fünf Personen sind ständige Mitglieder der ‚Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres‘.
Zusätzlich dazu gibt es wechselnde Gastjuror/-innen. Meist handelt es sich dabei um Personen des öffentlichen Lebens, z. B. Politiker/-innen oder Autor/-innen.
Im Jahr 2025 war der Journalist und Jurist Ronen Steinke als Gastjuror dabei.
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- Was waren die häufigsten Vorschläge für das Unwort des Jahres 2025?
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Im Jahr 2025 wurden 2.631 Vorschläge eingereicht mit insgesamt 533 verschiedenen Ausdrücken. Davon entsprachen 70 den Vorgaben für das ‚Unwort des Jahres‘.
Unter den häufigsten Vorschlägen für das Unwort des Jahres 2025 befanden sich:
- Friedensangst (582)
- umstritten (427)
- Deal (215)
- Ladeerlebnis (154)
- Stadtbild (141)
- Drecksarbeit (91)
- Sondervermögen (79)
- kriegstüchtig (42)
- Technologieoffenheit (36)
- Brandmauer (22)
- hocheffizienter Verbrenner (22)
- tatsächlich (20)
- Zustrombegrenzungsgesetz (17)
- Babyboomer (16)
Alle Bürger/-innen können bis Ende jedes Jahres Vorschläge für potenzielle Unwörter zusammen mit einer Quellenangabe einsenden.
Wichtig ist, dass die Ausdrücke den Kriterien der Unwort-Aktion entsprechen. Wie häufig einzelne Wörter eingesendet werden, spielt bei der finalen Auswahl durch die Jury keine Rolle.
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