Partizip Perfekt im Deutschen | Beispiele und Erklärung

Das Partizip Perfekt (= Partizip 2) ist eine Verbform wie ‚geschrieben‘.

Du drückst damit eine Handlung aus, die bereits vorbei ist.

Beispiel: Partizip Perfekt
Der Professor liest die geschriebene Hausarbeit.

  • Die Handlung (= das Schreiben), die hier mit dem Partizip Perfekt ausgedrückt wird, ist schon abgeschlossen.

Das Partizip Perfekt verwendest du z. B.

  • als Adjektiv,
  • zur Bildung des Perfekts (= Vergangenheitsform) oder
  • zur Bildung des Passivs (= Verbform zur Betonung einer Handlung).
Beispiel: Partizip Präsens – Verwendung
Adjektiv: Die geschriebene Hausarbeit überzeugt den Professor.

Perfekt: Sophie hat eine Hausarbeit geschrieben.

Passiv: Die Hausarbeit wird geschrieben.

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Was sind Partizipien? | Beispiele und Übungen

Partizipien sind Verbformen, die häufig wie Adjektive verwendet werden.

Du unterscheidest zwei Partizipien im Deutschen:

Mit dem Partizip 1 beschreibst du eine Handlung, die noch nicht beendet ist. Dagegen drückst du mit dem Partizip 2 eine Handlung aus, die schon vorbei ist.

Beispiel: Partizipien
Partizip 1: Der singende Tenor steht auf der Bühne.

  • Hier ist die Handlung (= das Singen), die mit dem Partizip 1 beschrieben wird, noch nicht abgeschlossen.

Partizip 2: Die Kritikerin äußerte sich positiv über die gesungenen Arien. 

  • Die Handlung (= das Singen), die durch das Partizip 2 ausgedrückt wird, ist hier bereits abgeschlossen.

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Partizip 2: Beispiele, Bildung und Verwendung

Das Partizip 2 (= Partizip Perfekt) ist eine Verbform wie ‚gekauft‘.

Mit dem Partizip 2 drückst du eine Handlung aus, die bereits abgeschlossen ist.

Beispiel: Partizip 2
Marie gefällt ihr neu gekauftes Handy.

  • Hier ist die Handlung (= der Kauf), die mit dem Partizip 2 ausgedrückt wird, schon vorbei.

Du verwendest das Partizip 2 unter anderem

  • zur Bildung des Perfekts,
  • zur Bildung des Passivs oder
  • als Adjektiv.

Das Perfekt ist eine Zeitform der Vergangenheit und das Passiv ist eine Verbform, bei der eine Handlung betont wird.

Beispiel: Partizip 2 – Verwendung
Perfekt: Marie hat ein Handy gekauft.

Passiv: Das Handy wird gekauft.

Adjektiv: Das gekaufte Handy liegt auf dem Tisch.

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Partizip 1: Beispiele und Übungen

Das Partizip 1 (= Partizip Präsens) ist eine Verbform wie ‚lesend‘.

Mit dem Partizip 1 drückst du eine Handlung aus, die zur gleichen Zeit wie eine andere Handlung stattfindet und noch nicht abgeschlossen ist.

Beispiel: Partizip 1
Der lesende Student sitzt in der Bibliothek.

  • Hier finden zwei Handlungen gleichzeitig statt: Der Student liest und sitzt.

Das Partizip 1 verwendest du meist wie ein Adjektiv (= Eigenschaftswort), das in der Regel vor einem Substantiv steht.

Das Partizip 1 wird dabei in Genus (= Geschlecht), Numerus (= Anzahl) und Kasus (= Fall) an das Substantiv angepasst und beschreibt dieses näher.

Beispiel: Partizip 1 als Adjektiv
Der lesende Student sitzt in der Bibliothek.

Die lesenden Studierenden sitzen in der Bibliothek.

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Partizip Präsens | Beispiele und Übungen

Das Partizip Präsens (= Partizip 1) ist eine Verbform wie ‚fernsehend‘.

Du schilderst mit dem Partizip Präsens eine Handlung, die noch nicht vorbei ist und zur gleichen Zeit wie eine andere Handlung stattfindet.

Beispiel: Partizip Präsens
Die fernsehende Studentin sitzt auf dem Sofa.

  • Hier geschehen zwei Handlungen zur gleichen Zeit: Die Studentin sieht fern und sitzt auf dem Sofa.

Das Partizip Präsens wird in der Regel wie ein Adjektiv (= Eigenschaftswort) verwendet und steht dann meist vor einem Substantiv.

Es beschreibt dieses näher und wird daran in Genus (= Geschlecht), Numerus (= Zahl) und Kasus (= Fall) angepasst.

Beispiel: Verwendung des Partizip Präsens als Adjektiv
Die fernsehende Studentin sitzt auf dem Sofa.

Die fernsehenden Studentinnen sitzen auf dem Sofa.

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Das Gerundiv im Deutschen: Bildung und Verwendung

Das Gerundiv ist eine Verbform wie ‚zu besichtigend‘.

Mit dem Gerundiv wird ausgedrückt, dass etwas getan werden kann (= Möglichkeit) oder getan werden muss bzw. soll (= Notwendigkeit).

Beispiel: Gerundiv
Möglichkeit: das zu besichtigende Haus

  • Das Haus kann besichtigt werden

Notwendigkeit: das zu renovierende Haus

  • Das Haus muss/soll renoviert werden.

Du verwendest das Gerundiv meist wie ein Adjektiv (= Eigenschaftswort).

Es steht vor einem Substantiv, an das es in Genus (= grammatisches Geschlecht), Numerus (= Anzahl) und Kasus (= Fall) angepasst wird.

Beispiel: Gerundiv als Adjektiv
Das zu besichtigende Haus steht zum Verkauf.

Die zu besichtigenden Häuser stehen zum Verkauf.

Weiter lesen: Das Gerundiv im Deutschen: Bildung und Verwendung

Unregelmäßige Verben im Deutschen: Liste und Beispiele

Es gibt im Deutschen 4 Arten von unregelmäßigen Verben:

Diese Verben sind unregelmäßig, weil sich zwischen ihren Stammformen der Verbstamm unterscheidet.

Die Stammformen eines Verbs (z. B. ‚finden‘) dienen dazu, den Verbstamm (z. B. ‚find-‘) zu erkennen und so alle Formen eines Verbs zu bilden. Es gibt im Deutschen drei Stammformen.

Der Verbstamm ist der Teil eines Verbs, der übrig bleibt, wenn du eine Stammform um die Konjugationsendungen und -vorsilben kürzt, wie die folgende Tabelle zeigt.

Stammformen und Verbstämme unregelmäßiger Verben
Erste Stammform

 

Zweite Stammform

Dritte Stammform

 

Starkes Verb finden fand gefunden
Gemischtes Verb rennen rannte gerannt
Hilfsverb haben hatte gehabt
Modalverb müssen musste gemusst
Verbstämme
Starkes Verb find- fand -fund-
Gemischtes Verb renn- rann- -rann-
Hilfsverb hab- hat- -hab-
Modalverb müss- muss- -muss-

Wie du siehst, entspricht die zweite Stammform des starken Verbs ‚finden‘ dem dazugehörigen Verbstamm (jeweils ‚fand‘).

Der Grund dafür ist, dass starke Verben in der zweiten Stammform keine Personalendung haben.

Weiter lesen: Unregelmäßige Verben im Deutschen: Liste und Beispiele

Schwache Verben: Beispiele, Liste und Übung

Schwache oder auch regelmäßige Verben sind Verben, die regelmäßige Stammformen haben.

Stammformen sind die Formen eines Verbs, mit denen du alle seine weiteren Formen bilden kannst.

Es gibt im Deutschen drei Stammformen:

  • Erste Stammform: Infinitiv Präsens
  • Zweite Stammform: 1./3. Person Singular Präteritum
  • Dritte Stammform: Partizip II

Die Stammformen von schwachen Verben sind regelmäßig. Das heißt, der Verbstamm ist in allen drei Stammformen gleich.

Der Verbstamm ist der Teil eines Verbs, der übrig bleibt, wenn du eine Stammform um die Konjugationsendungen und -vorsilben kürzt, wie du in der folgenden Tabelle sehen kannst.

Stammformen und Verbstamm des schwachen Verbs ‚sagen‘
Erste Stammform

Infinitiv Präsens

Zweite Stammform

1./3. Person Singular Präteritum

Dritte Stammform

Partizip II

Stammform sagen sagte gesagt
Verbstamm sag sag sag

Weiter lesen: Schwache Verben: Beispiele, Liste und Übung

Regelmäßige Verben: Liste mit Beispielen

Regelmäßige oder auch schwache Verben sind Verben, die regelmäßige Stammformen haben.

Mit den Stammformen eines Verbs kannst du alle seine weiteren Formen bilden.

Es gibt in der deutschen Sprache drei Stammformen:

  • Erste Stammform: Infinitiv Präsens
  • Zweite Stammform: 1./3. Person Singular Präteritum
  • Dritte Stammform: Partizip II

Der Infinitiv stellt die Grundform eines Verbs dar, während das Präsens und das Präteritum Zeitformen im Deutschen sind.

Beim Partizip II (= Partizip Perfekt) handelt es sich um eine Verbform, mit der du Zeitformen wie das Perfekt oder die Modusform ‚Passiv‘ bilden kannst.

Die Stammformen von regelmäßigen Verben sind regelmäßig, weil sie jeweils den gleichen Verbstamm haben.

Der Verbstamm ist der Teil eines Verbs, der übrig bleibt, wenn du eine Stammform um die Konjugationsendungen und -vorsilben kürzt, wie die folgende Tabelle zeigt.

Stammformen und Verbstamm des regelmäßigen Verbs ‚machen‘
Erste Stammform

Infinitiv Präsens

Zweite Stammform

1./3. Person Singular Präteritum

Dritte Stammform

Partizip II

Stammform machen machte gemacht
Verbstamm mach- mach- -mach-

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Weiter lesen: Regelmäßige Verben: Liste mit Beispielen

Starke Verben: Beispiele, Liste und Übung

Starke Verben sind Verben, die unregelmäßige Stammformen haben.

Stammformen sind die Formen eines Verbs, mit denen du alle seine weiteren Formen bilden kannst.

Im Deutschen gibt es drei Stammformen:

  • Erste Stammform: Infinitiv Präsens
  • Zweite Stammform: 1./3. Person Singular Präteritum
  • Dritte Stammform: Partizip II

Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs, das Präsens und das Präteritum sind Zeitformen im Deutschen.

Das Partizip II ist eine Verbform, mit der du das Passiv oder Zeitformen wie das Perfekt bilden kannst.

Die Stammformen von starken Verben sind unregelmäßig, weil sich der Verbstamm zwischen den Stammformen unterscheidet.

Der Verbstamm ist der Teil eines Verbs, der übrig bleibt, wenn du eine Stammform um die Konjugationsendungen und -vorsilben kürzt, wie du in der folgenden Tabelle sehen kannst.

Die zweite Stammform entspricht dem dazugehörigen Verbstamm, da starke Verben in der 1. und 3. Person Singular Präteritum keine Konjugationsendung oder -vorsilbe haben.

Stammformen und Verbstämme des starken Verbs ‚singen‘
Erste StammformInfinitiv Präsens Zweite Stammform1./3. Person Singular Präteritum Dritte StammformPartizip II
Stammform singen sang gesungen
Verbstamm sing- sang -sung-

Wie du siehst, ist der Vokal im Verbstamm der drei Stammformen unterschiedlich.

Diese Veränderung des Vokals zwischen den Stammformen wird ‚Ablaut‘ genannt.

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