Validität | Definition und praktische Beispiele

Validität ist ein Gütekriterium für Forschungsarbeiten, das zeigt, ob ein Test oder ein Instrument wirklich misst, was gemessen werden soll.

Man unterscheidet zwischen Testvalidität und experimenteller Validität.

  • Testvalidität prüft, ob ein Test wirklich das misst, was er messen soll.
  • Experimentelle Validität prüft, ob das Ergebnis tatsächlich auf die getesteten Ursachen zurückgeführt werden kann.
Beispiel: Testvalidität vs. experimentelle Validität
Forschungsarbeit über Stress bei Studierenden

Testvalidität:
Eine Umfrage soll zeigen, ob Studierende Stress haben und sich überfordert fühlen. Sie ist nicht valide, wenn nur einzelne Anzeichen wie Schlafmangel oder schlechte Noten abgefragt werden, da diese auch andere Ursachen haben können. Um das Stressniveau eindeutig zu erfassen, müssen mehrere Faktoren kombiniert werden, z. B. die Selbsteinschätzung der Studierenden sowie körperliche und psychische Merkmale. Erst dann ist die Umfrage valide.

Experimentelle Validität:
Eine Gruppe Studierender wendet Entspannungstechniken an, die andere nicht. Die Ergebnisse sind valide, wenn Unterschiede nachweislich durch die Entspannungstechniken entstehen und auf andere Studierende oder Alltagssituationen übertragbar sind.

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Validität: Definition

Wenn Forschende einen neuen Test entwickeln, müssen sie sicherstellen, dass dieser wirklich misst, was er messen soll. Validität beschreibt, wie gut ein Test ein bestimmtes Merkmal oder Phänomen erfasst.

Forschung ist valide (also gültig und aussagekräftig), wenn die Methode die gewünschten Ergebnisse liefert und diese relevant für die Forschungsfrage sind. Nur so entstehen verlässliche und wissenschaftlich überzeugende Ergebnisse.

Arten von Validität

In der Forschung unterscheidet man zwischen Testvalidität und experimenteller Validität.

  • Bei der Testvalidität geht es darum, ob das Instrument tatsächlich misst, was untersucht werden soll.
  • Bei der experimentellen Validität hingegen geht es um die Gültigkeit der Ergebnisse eines Experiments oder einer Studie.

Testvalidität

Bei der Testvalidität gibt es 4 Hauptarten von Validität, die unterschiedliche Fragestellungen betreffen.

Arten von Testvalidität Fragestellung
Konstruktvalidität Was misst der Test genau?
Inhaltsvalidität Deckt der Test alle relevanten Aspekte ab?
Augenscheinvalidität Wirkt der Test glaubwürdig?
Kriteriumsvalidität Stimmt der Test mit externen Kriterien überein?

Experimentelle Validität

Damit eine Studie valide ist, müssen neben dem Messverfahren auch die Ergebnisse nachvollziehbar sein. Das geben die ökologische, interne und externe Validität an.

Arten von experimenteller Validität Fragestellung
Ökologische Validität Wie realitätsnah ist das Experiment?
Interne Validität Sind die beobachteten Effekte wirklich durch die getesteten Faktoren verursacht worden?
Externe Validität Lässt sich das Ergebnis auf andere Situationen oder Gruppen übertragen?

Experimentelle Validität liegt also vor, wenn ein Experiment realitätsnah ist, die Ergebnisse auch in anderen Situationen gelten und eindeutig durch die getesteten Faktoren verursacht werden.

Tipp
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Beispiele für Testvalidität

Konstruktvalidität

Konstruktvalidität beantwortet die Frage: ,Misst eine Messung wirklich das, was sie messen soll?‘

Ein Konstrukt ist ein Merkmal oder Phänomen, das man nicht direkt messen kann, z. B. Intelligenz, Freude oder Überraschung. Deshalb muss man festlegen, welche messbaren Anzeichen für das Konstrukt stehen. Dieser Prozess heißt ,Operationalisierung’.

Beispiel: Konstruktvalidität
Du willst in einer Studie untersuchen, wie Menschen auf unerwartete Nachrichten reagieren. Überraschung ist ein Konstrukt, das man nicht direkt messen kann.
Um es operational zu erfassen, untersuchst du Folgendes:

  • Aussagen der Personen: Teilnehmende bewerten auf einer Skala von 1 bis 5, wie überrascht sie sich fühlen.
  • Physiologische Merkmale: Du misst die Pupillenerweiterung, da sie für eine Überraschung typisch ist.
  • Verhalten der Personen: Du beobachtest den Gesichtsausdruck, z. B. hochgezogene Augenbrauen oder einen offenen Mund.

Wenn die Selbstaussagen, die physiologischen Reaktionen und das beobachtete Verhalten zusammenpassen und gemeinsam auftreten, spricht das dafür, dass tatsächlich Überraschung gemessen wird.

Die Übereinstimmung dieser verschiedenen Messansätze zeigt also, dass die Operationalisierung dem theoretischen Konstrukt entspricht.

Augenscheinvalidität

Hier geht es um die offensichtliche Plausibilität eines Tests. Expertinnen und Experten bzw. Teilnehmende beurteilen, ob der Test geeignet wirkt, um das Merkmal zu messen.

Beispiel: Augenscheinvalidität
Du entwickelst eine Umfrage, um die Entspannung nach einer Meditation zu messen.

Bevor du die Umfrage in der Studie einsetzt, zeigst du sie sowohl Experten und Expertinnen als auch Teilnehmenden. Wenn beide Gruppen zustimmen, dass die Fragen die Entspannung gut erfassen, ist die Augenscheinvalidität hoch.

Ein Problem der Augenscheinvalidität ist, dass sie rein subjektiv ist und nur darauf basiert, ob eine Messung auf den ersten Blick passend wirkt. Sie sagt nichts darüber aus, ob der Test tatsächlich das gewünschte Konstrukt misst.

Inhaltsvalidität

Die Inhaltsvalidität gibt an, ob ein Test alle wichtigen Teile eines Themas abdeckt.

Beispiel: Inhaltsvalidität
Ein Mathematiktest für Drittklässler enthält nur Aufgaben wie ,2 x 3 = ?‘ oder ,5 x 4 = ?‘.

Der Lehrplan verlangt aber, dass die Kinder die Rechenregeln auch im Alltag anwenden können, z. B.: ,Wenn du 3 Äpfel pro Tag isst, wie viele Äpfel hast du nach 5 Tagen gegessen?‘

Da der Test nur die Rechenaufgaben prüft, zeigt er nicht, ob die Kinder Mathematik in echten Situationen anwenden können. Ein wichtiger Teil des Lernziels wird nicht erfasst. Deshalb hat der Test nicht volle Inhaltsvalidität.

Kriteriumsvalidität

Kriteriumsvalidität bedeutet, dass deine Messung mit anderen anerkannten oder bewährten Messungen eines ähnlichen Merkmals übereinstimmt.

Das bedeutet, deine Messung ist gültig, wenn sie mit wichtigen externen Kriterien zusammenhängt.

Beispiel: Kriteriumsvalidität
Forschungsfrage: Welche Verhaltensweisen sind Anzeichen dafür, dass Kinder Konzentrationsprobleme haben?

Um zu prüfen, ob dein Test wirklich Konzentrationsprobleme bei Kindern erkennt, wendest du ihn zunächst bei Kindern an, bei denen solche Probleme bereits festgestellt wurden.

Dann vergleichst du deine Testergebnisse mit externen Bewertungen, z. B. den Einschätzungen eines Therapeuten.

Stimmen die Ergebnisse überein, hat dein Test eine hohe Kriteriumsvalidität.

Beispiele für experimentelle Validität

Experimentelle Validität gibt die Gültigkeit der Ergebnisse an. Man unterscheidet zwischen ökologischer, interner und externer Validität.

Beispiel: interne, externe und ökologische Validität
Du führst eine Studie zu Konzentrationsproblemen bei Grundschulkindern durch, um zu testen, ob Musik die Konzentration verbessert.

Interne Validität: 
Du stellst sicher, dass alle Kinder die gleichen Aufgaben unter gleichen Bedingungen bearbeiten. So kannst du sicher sagen, dass die Musik selbst die Konzentration beeinflusst und nicht andere Faktoren wie Tageszeit oder Ablenkungen.

Externe Validität:
Du wiederholst die Studie in mehreren Klassen und Schulen, damit die Ergebnisse auf andere Kinder und Situationen übertragbar sind.

Ökologische Validität:
Statt im Labor testest du die Kinder direkt im Unterricht bei ihren normalen Aufgaben, also in einer realen Situation. Dadurch spiegeln die Ergebnisse realistisch den Alltag wider und zeigen, wie Kinder mit Konzentrationsproblemen im echten Unterricht reagieren.

Externe Validität wird manchmal mit der Reliabilität verwechselt, die ebenfalls ein Gütekriterium für Forschungsarbeiten ist.

  • Externe Validität bedeutet, dass die Ergebnisse einer Studie auch für andere Personen oder Situationen gelten.
  • Reliabilität sagt aus, dass ein Test immer wieder die gleichen Ergebnisse liefert, wenn man ihn unter denselben Bedingungen wiederholt.

Externe Validität prüft also die Übertragbarkeit, während Reliabilität die Zuverlässigkeit der Messung angibt.

Beispiel-Formulierungen für die Validität

Wenn du eine Methode der qualitativen oder quantitativen Forschung in deiner Abschlussarbeit anwendest, solltest du kurz erläutern, wie du die Validität deiner Untersuchung sicherstellst.

Dazu kannst du nachstehende Beispielformulierungen verwenden:

  • Die Validität des Experiments wird durch … sichergestellt.
  • Durch Einhaltung von … wird die Validität des Experiments gewährleistet.
  • Die Störvariablen XX und XY werden eliminiert. So kann die interne Validität des Experiments gewährleistet werden.
  • Die Ergebnisse des durchgeführten Experiments lassen sich auf das Experiment XZ übertragen. Somit ist die externe Validität der Forschung sichergestellt.

Weitere Artikel zum wissenschaftlichen Arbeiten findest du hier:

Qualitative Forschung Qualitative und quantitative Forschung Interne Validität
Quantitative Forschung Qualitative Inhaltsanalyse Externe Validität
Likert-Skala Reliabilität vs. Validität Fallstudie
Querschnittstudie Abhängige und unabhängige Variablen

Häufig gestellte Fragen zur Validität

Was bedeutet Validität?

Der Begriff ,Validität‘ stammt vom lateinischen Verb ,valere‘ und bedeutet ,stark sein‘ oder ,wirksam sein‘.

Im wissenschaftlichen Kontext beschreibt die Validität, wie gültig und aussagekräftig eine Messung oder ein Test ist. Man unterscheidet dabei zwischen interner Validität und externer Validität.

Tipp

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Was ist Konstruktvalidität?

Konstruktvalidität ist eine Art der Validität, einem Gütekriterium in der Forschung. Konstruktvalidität gibt an, ob ein Test oder eine Messung wirklich das Merkmal misst, das gemessen werden soll, z. B. Motivation oder Angst.

Die Konstruktvalidität ist hoch, wenn ein Test tatsächlich das theoretische Merkmal misst, das er messen soll. Das zeigt sich daran, dass die Ergebnisse gut zum zugrunde liegenden Konzept passen.

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Welche Arten von Kriteriumsvalidität gibt es?

Bei der Kriteriumsvalidität werden drei Arten unterschieden:

  • Übereinstimmungsvalidität (konkurrente Validität): Die Messung wird gleichzeitig mit einem geeigneten Kriterium verglichen.
  • Vorhersagevalidität (prädiktive Validität): Die Messung sagt ein zukünftiges Verhalten oder Ergebnis voraus.
  • Retrospektive Validität: Die Messung wird mit bereits bekannten Ergebnissen aus der Vergangenheit verglichen.

Auf unserem QuillBlog erfährst du, welche weiteren Arten von Validität es gibt.

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Wie misst man die Konstruktvalidität?

Die Konstruktvalidität wird indirekt gemessen, indem man nachweist, dass ein Test tatsächlich das misst, was er messen soll.

Man kann folgendermaßen vorgehen:

  • Man vergleicht den Test mit ähnlichen Tests (= konvergente Validität).
  • Man stellt sicher, dass sich der Test von Tests anderer Konstrukte unterscheidet (= diskriminante Validität).
  • Man prüft, ob der Test externe Kriterien vorhersagen oder widerspiegeln kann (= Kriteriumsvalidität).

Zusätzlich können Experten und Expertinnen beurteilen, ob der Test auf den ersten Blick plausibel wirkt (= Augenscheinvalidität) und alle wichtigen Aspekte des Konstrukts abdeckt (= Inhaltsvalidität).

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Was sind Validität, Reliabilität und Objektivität?

Objektivität, Reliabilität und Validität sind die drei Hauptgütekriterien für Forschungsarbeiten.

  • Objektivität bedeutet, dass die Ergebnisse einer Messung unabhängig von der durchführenden Person sind.
  • Reliabilität beschreibt die Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit der Messung.
  • Validität zeigt, ob tatsächlich das gemessen wird, was gemessen werden soll.

Sieh dir auch unseren Artikel ,Reliabilität vs. Validität‘ an, wenn du mehr über die verschiedenen Gütekriterien in der Forschung erfahren möchtest..

Tipp

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Reimer, V. (2026, 16. January). Validität | Definition und praktische Beispiele. Quillbot. Retrieved 21. Januar 2026, from https://quillbot.com/de/blog/wissenschaftliches-arbeiten/validitaet/

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Verena Reimer, M.A.

Verena hat einen Masterabschluss in Translationswissenschaft für Spanisch, Russisch und Deutsch. Als erfahrene Dolmetscherin und Deutschlehrerin besitzt sie fundiertes Wissen in Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck.

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