Die 5 Satzarten | einfach erklärt mit Beispielen

Es gibt im Deutschen fünf Satzarten:

Aussagesatz Ich werfe den Ball.
Fragesatz Wirfst du den Ball?
Aufforderungssatz Wirf den Ball!
Wunschsatz Wenn er doch den Ball würfe!
Ausrufesatz Wie weit sie den Ball wirft!

Hier erfährst du, welche Sprechabsichten jede Satzart ausdrückt und welche Merkmale sie hat. Mit zwei Übungen am Ende des Artikels kannst du testen, wie gut du die Satzarten erkennst.

      Das Wichtigste in Kürze    
  • Es gibt fünf Satzarten: Aussagesatz, Fragesatz, Aufforderungssatz, Wunschsatz, Ausrufesatz.
  • Sie unterscheiden sich zum Beispiel nach Sprechabsicht, Stellung des Verbs, Tonhöhenverlauf und Satzzeichen.

So unterscheiden sich die 5 Satzarten

Die fünf Satzarten unterscheiden sich danach, was ein Sprecher mit ihnen beabsichtigt:

Satzart Sprechabsicht Beispiel
Aussagesatz Der Sprecher will ausdrücken, dass etwas der Fall ist. Max spielt fair.
Fragesatz Der Sprecher will etwas erfahren. Spielt Max fair?
Aufforderungssatz Der Sprecher will, dass der Angesprochene etwas tut. Spiel mal fair, Max!
Wunschsatz Der Sprecher will einen Wunsch ausdrücken. Wenn Max bloß fair spielte!
Ausrufesatz Der Sprecher will ein starkes Gefühl ausdrücken (z. B. Erstaunen). Wie fair Max doch spielt!

Jede Satzart hat bestimmte Merkmale, die sich folgenden fünf Aspekten zuordnen lassen:

Aspekt Möglichkeiten Beispiel
Stellung des Verbs erste Stelle Spielt Max fair?
zweite Stelle Max spielt fair.
letzte Stelle Wie fair Max doch spielt!
Modus (Aussageart) des Verbs Indikativ Max spielt fair.
Konjunktiv Wenn Max bloß fair spielte!
Imperativ Spiel mal fair, Max!
Tonhöhenverlauf am Satzende

(beim Sprechen)

fallend Wie fair Max doch spielt!
steigend Spielt Max fair?
Satzzeichen

(beim Schreiben)

Punkt Max spielt fair.
Fragezeichen Spielt Max fair?
Ausrufezeichen Spiel mal fair, Max!
Signalwörter Fragewörter Wie fair Max doch spielt!
Partikeln Wenn Max bloß fair spielte!
Tipp
Wenn du schnell herausfinden willst, zu welcher Satzart ein Satz gehört, kannst du unsere kostenlose KI fragen.

Der Aussagesatz (Deklarativsatz)

Mit einem Aussagesatz macht der Sprecher eine Aussage – er kann also zum Beispiel etwas feststellen, voraussagen oder versprechen:

Feststellung Die Sonne scheint.
Voraussage Der Goldpreis wird bald steigen.
Versprechen Ich hole dich später ab.

Das Verb steht in aller Regel an zweiter Stelle:

Stelle 1 Stelle 2 Rest
Lea spielt Fußball.

Besteht das Verb aus mehreren Teilen, steht der gebeugte Teil an zweiter Stelle und der andere meist am Satzende:

Stelle 1 Stelle 2 Rest letzte Stelle
Lea hat gestern Fußball gespielt.

Das Verb steht entweder im Indikativ (Wirklichkeitsform) oder Konjunktiv (Möglichkeitsform):

Indikativ: Lea geht heute ins Training. 
Konjunktiv: Lea ginge heute ins Training (wenn sie nicht arbeiten müsste).

Am Ende eines Aussagesatzes senkst du die Stimme, in Texten setzt du einen Punkt.

Der Fragesatz (Interrogativsatz)

Mit einem Fragesatz stellt der Sprecher jemandem eine Frage.

Es gibt zwei Hauptarten von Fragesätzen:

  • Entscheidungsfrage
  • Ergänzungsfrage

Entscheidungsfrage

Eine Entscheidungsfrage stellst du, wenn du nicht weißt, ob etwas zutrifft:

Spielen wir heute Schach?

Du kannst Entscheidungsfragen mit ‚ja‘ oder ‚nein‘ beantworten.

Das gebeugte Verb steht an erster Stelle, entweder im Indikativ oder Konjunktiv:

Modus Stelle 1 Rest
Indikativ Hast du heute Zeit?
Konjunktiv Hättest du heute Zeit?

Am Satzende gehst du mit der Stimme normalerweise nach oben, in Texten setzt du ein Fragezeichen.

Oft stehen folgende Wörter in Entscheidungsfragen:

  • auch
  • denn
  • etwa
  • mal
  • wohl

Ergänzungsfrage

Eine Ergänzungsfrage stellst du, wenn du einen Aspekt eines Sachverhalts nicht kennst (z. B. Ort oder Zeit).

Am Anfang des Satzes benutzt du ein Fragewort:

Wo spielen wir heute Schach?
Wann spielen wir?

Direkt nach dem Fragewort folgt das gebeugte Verb, entweder im Indikativ oder Konjunktiv:

Indikativ Wann hast du heute Zeit?
Konjunktiv Wann hättest du heute Zeit?

Am Satzende senkst du normalerweise die Stimme, in Texten setzt du ein Fragezeichen.

Die folgenden Wörter stehen oft in Ergänzungsfragen:

Fragewörter Partikeln
  • wer
  • was
  • wo
  • wann
  • wie
  • warum
  • bloß
  • denn
  • nur
  • wohl

Der Aufforderungssatz (Imperativsatz)

Mit einem Aufforderungssatz fordert der Sprecher jemanden dazu auf, etwas zu tun – er kann also zum Beispiel etwas befehlen, vorschlagen oder um etwas bitten:

Befehl Hör mir gefälligst zu!
Vorschlag Frag doch Leo!
Bitte Gib mir bitte mal das Salz.

Das Verb steht im Imperativ (= Befehlsform), meist an erster Stelle, seltener an zweiter:

Sei doch mal still!
Jetzt sei doch mal still!

Am Ende des Satzes senkst du die Stimme, in Texten setzt du meist ein Ausrufezeichen.

Die folgenden Wörter kommen oft in Aufforderungssätzen vor:

  • bloß
  • doch
  • gefälligst
  • halt
  • ja
  • mal
  • nur
Beachte
Du kannst Aufforderungen auch auf andere Weisen ausdrücken, zum Beispiel so:

  • Fragesatz → Bist du jetzt still?
  • Aussagesatz → Du bist jetzt still.
  • dass-Satz → Dass du jetzt still bist!
  • Infinitivsatz → Still sein!
  • Ein-Wort-Satz: Ruhe!

Der Wunschsatz (Desiderativsatz)

Mit einem Wunschsatz drückt der Sprecher einen Wunsch aus:

Wäre nur schon Samstag!

Das Verb steht im Konjunktiv 2, entweder im Präteritum (bei erfüllbaren Wünschen) oder im Plusquamperfekt (bei unerfüllbaren Wünschen):

Wunsch Beispiel
erfüllbar Hätte sie doch mehr Zeit!
unerfüllbar Hätte sie doch mehr Zeit gehabt!

Das gebeugte Verb steht an erster Stelle oder am Ende, wenn der Satz mit ‚wenn‘ eingeleitet wird:

Wenn sie doch mehr Zeit hätte ! 

Am Ende des Satzes senkst du die Stimme, in Texten setzt du ein Ausrufezeichen.

Häufig kommen folgende Wörter in Wunschätzen vor:

  • bloß
  • doch
  • nur
  • wenn
Beachte
Es gibt eine zweite Variante des Wunschsatzes – hier steht das Verb im Konjunktiv 1, meist an zweiter, seltener an erster Stelle:

  • Der König lebe hoch!
  • Möge er lange leben!

Diese Variante heißt ‚Heischesatz‘ und kommt fast nur in festen Wendungen vor.

Der Ausrufesatz (Exklamativsatz)

Mit einem Ausrufesatz drückt der Sprecher ein starkes Gefühl aus, zum Beispiel Erstaunen oder Bewunderung:

Du zeichnest vielleicht gut!

Das gebeugte Verb kann an verschiedenen Stellen stehen:

erste Stelle Zeichnest du aber gut!
zweite Stelle Du zeichnest aber gut!
letzte Stelle Wie gut du zeichnest!

Dass du so gut zeichnest!

An letzter Stelle steht das Verb, wenn du den Satz mit einem Fragewort oder ‚dass‘ einleitest.

Du senkst am Ende des Satzes die Stimme und setzt in Texten ein Ausrufezeichen.

Oft betonst du zudem ein Wort:

Du kannst vielleicht gut zeichnen!

Die folgenden Wörter kommen häufig in Ausrufesätzen vor:

Fragewörter Subjunktion Partikeln
  • wie
  • welch
  • wer
  • was
  • wo
  • warum
  • dass
  • aber
  • auch
  • bloß
  • doch
  • einfach
  • nur
  • vielleicht

Satzarten bestimmen: Übungen

Bestimme die Satzart der folgenden Sätze:

  1. Was das für ein Drama war!
  2. Der Löwe streift durch die Savanne.
  3. Wie spät ist es?
  4. Hätte ich bloß besser aufgepasst!
  5. Komm doch auch!
  1. Ausrufesatz
  2. Aussagesatz
  3. Fragesatz
  4. Wunschsatz
  5. Aufforderungssatz

 

Ergänze in den folgenden Sätzen das passende Satzzeichen – Punkt (.), Fragezeichen (?) oder Ausrufezeichen (!):

  1. Wenn das Paket doch endlich käme
  2. Wann kommst du
  3. Mach die Tür zu
  4. Wie heiß es doch heute ist
  5. Das Schiff läuft im Hafen ein
  1. Ausrufezeichen: Wenn das Paket doch endlich käme! (Wunschsatz)
  2. Fragezeichen: Wann kommst du? (Fragesatz)
  3. Ausrufezeichen: Mach die Tür zu! (Aufforderungssatz)
  4. Ausrufezeichen: Wie heiß es doch heute ist! (Ausrufesatz)
  5. Punkt: Das Schiff läuft im Hafen ein. (Aussagesatz)

Hier kannst du die Übungen und Lösungen als PDF herunterladen:
Satzarten Übungen PDF

Häufig gestellte Fragen zu Satzarten

Was sind Satzarten?

Satzarten sind Typen von Sätzen, die folgende Sprechabsichten ausdrücken:

  • Aussage machen → Aussagesatz
  • Frage stellen → Fragesatz
  • Aufforderung ausdrücken → Aufforderungssatz
  • Wunsch äußern → Wunschsatz
  • Gefühl ausdrücken → Ausrufesatz

Jede Satzart hat bestimmte Merkmale, die sich den folgenden Aspekten zuordnen lassen:

  • Stellung des Verbs → erste, zweite oder letzte Stelle
  • Modus des Verbs → Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ
  • Tonhöhenverlauf am Satzende → fallend oder steigend
  • Satzzeichen → Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen
  • Signalwörter → Fragewörter oder Partikeln

Welche Merkmale die Satzarten haben, liest du auf unserem Blog.

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Welche Satzarten gibt es?

Es gibt diese fünf Satzarten:

  • Aussagesatz: Das Meer rauscht.
  • Fragesatz: Wo bist du?
  • Aufforderungssatz: Pass auf!
  • Wunschsatz: Wenn der Regen endlich aufhören würde!
  • Ausrufesatz: Was für ein Tag das war!

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Welche Satzarten gibt es im Deutschen?

Es gibt diese fünf Satzarten im Deutschen:

  • Aussagesatz: Der Blitz schlägt ein.
  • Fragesatz: Wie spät ist es?
  • Aufforderungssatz: Komm her!
  • Wunschsatz: Hätte ich doch nur mehr gelernt!
  • Ausrufesatz: Was für ein Glück du hast!

Tipp: 

Wenn du dir nicht sicher bist, zu welcher Satzart ein Satz gehört, kannst du unsere kostenlose KI fragen.

Was sind alle Satzarten?

Alle Satzarten sind:

  • Aussagesatz: Der Hai taucht auf.
  • Fragesatz: Kommst du heute?
  • Aufforderungssatz: Mach das Fenster auf!
  • Wunschsatz: Wäre ich bloß pünktlich gewesen!
  • Ausrufesatz: Sollte es denn möglich sein!

Tipp: 

Wenn du dir nicht sicher bist, zu welcher Satzart ein Satz gehört, kannst du unsere kostenlose KI fragen.

Was sind Beispiele für die Satzarten?

Beispiele für die fünf Satzarten sind:

  • Aussagesatz: Der Vulkan bricht aus.
  • Fragesatz: Wie geht’s?
  • Aufforderungssatz: Warte kurz!
  • Wunschsatz: Ginge es nur endlich los!
  • Ausrufesatz: Wie knapp das war!

Tipp: 

Wenn du dir nicht sicher bist, zu welcher Satzart ein Satz gehört, kannst du unsere kostenlose KI fragen.

Welche Satzarten lernt man in der Grundschule?

In der Grundschule lernt man meist folgende drei Satzarten:

Aussagesatz: Du erzählst etwas und setzt einen Punkt:

  • Ich spiele Fußball.

Fragesatz: Du fragst jemanden etwas und setzt ein Fragezeichen:

  • Wie alt bist du?

Aufforderungssatz: Du forderst jemanden zu etwas auf und setzt meist ein Ausrufezeichen:

  • Gib mir mein Heft!

Manchmal lernen Schüler auch noch diese zwei Satzarten:

Wunschsatz: Du äußerst einen Wunsch und setzt ein Ausrufezeichen:

  • Wären doch schon Ferien!

Ausrufesatz: Du drückst ein starkes Gefühl aus (z. B. Erstaunen) und setzt ein Ausrufezeichen:

  • Du läufst aber schnell!

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Wie kann ich Satzarten bestimmen?

Du kannst die Satzart bestimmen, indem du dir folgende Merkmale eines Satzes anschaust:

  • Satzzeichen
  • Tonhöhenverlauf am Satzende
  • Signalwörter
  • Stellung des Verbs
  • Modus des Verbs

Beispielsatz: Komm doch vorbei!

  • Satzzeichen: Ausrufezeichen → möglich in Aufforderungs-, Wunsch- und Ausrufesätzen
  • Tonhöhenverlauf: fallend → möglich in Aussage-, Aufforderungs-, Wunsch- und Ausrufesätzen
  • Signalwort: doch → oft in Aufforderungs-, Wunsch- und Ausrufesätzen
  • Verbstellung: erste Stelle → möglich in Frage-, Aufforderungs-, Wunsch- und Ausrufesätzen
  • Modus: Imperativ → nur möglich bei Aufforderungssätzen

Der Satz ist also ein Aufforderungssatz.

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Quellen in diesem Artikel

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Strohmeier, F. (2026, 22. September). Die 5 Satzarten | einfach erklärt mit Beispielen. Quillbot. Abgerufen am 22. September 2026, von https://quillbot.com/de/blog/satzbau/satzarten/

Quellen

Buscha, J., Helbig, G. (2017). Deutsche Grammatik. Ernst Klett Sprachen.

Dudenredaktion (2016). Duden – Die Grammatik (9. Auflage). Dudenverlag.

Glück, H. & Rödel, M. (2016). Metzler Lexikon Sprache (5. Auflage). J. B. Metzler.

Hoberg, R. & Hoberg, U. (2016). Der kleine Duden – Deutsche Grammatik (5. Auflage). Dudenverlag.

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Franz Strohmeier, M.Sc.

Franz hat einen Master in BWL und begeistert sich für die deutsche Sprache. Er schreibt über Grammatik, Logik und Stil.

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