Infinitivsatz | einfach erklärt mit Beispielen
Ein Infinitivsatz besteht aus einem Verb im Infinitiv, dem Wort ‚zu‘ und meist weiteren Wörtern:
Er kann das Gleiche ausdrücken wie ein Nebensatz, enthält aber im Gegensatz zu ihm kein Subjekt (= handelnde Person oder Sache):
| Nebensatz | Infinitivsatz |
|---|---|
| … dass er in See sticht. | … in See zu stechen. |
Infinitivsätze können verschiedene Funktionen haben:
| Funktion | Beispiel |
|---|---|
| Subjekt | Die Meerenge zu durchfahren, ist riskant. |
| Objekt | Der Schiffsjunge lernt, die Seekarten zu lesen. |
| Adverbial | Um dem Sturm auszuweichen, ändert der Kapitän den Kurs. |
| Attribut | Die Hoffnung, bald das Festland zu erreichen, schwindet. |
Das Wichtigste in Kürze
- Infinitivsätze setzen sich zusammen aus einem Verb im Infinitiv, dem Wort ‚zu‘ und meist weiteren Wörtern.
- Im Gegensatz zu Nebensätzen enthalten Infinitivsätze kein Subjekt.
- Meist steht zwischen Infinitivsatz und übergeordnetem Satz ein Komma.
Was ist ein Infinitivsatz?
Ein Infinitivsatz ist eine Wortgruppe, die meist aus folgenden Teilen besteht:
- Verb im Infinitiv
- ‚zu‘
- weitere Wörter
Das Verb im Infinitiv steht normalerweise am Ende des Infinitivsatzes, meist direkt nach ‚zu‘ (wie im obigen Beispiel).
Bei trennbaren Verben wie ‚wiedersehen‘ schiebst du ‚zu‘ zwischen Vorsilbe und Basisverb ein:
Wie ein Nebensatz ist ein Infinitivsatz einem anderen Satz untergeordnet (z. B. einem Hauptsatz):
| Hauptsatz und Nebensatz | Hauptsatz und Infinitivsatz |
| Ich freue mich, dass ich dich morgen sehe! | Ich freue mich, dich morgen zu sehen! |
Anders als Nebensätze enthalten Infinitivsätze kein Subjekt und kein gebeugtes Verb:
| Nebensatz | Infinitivsatz |
|---|---|
| … dass ich dich morgen sehe! | … dich morgen zu sehen! |
Das fehlende Subjekt lässt sich hinzudenken – meist entspricht es dem Subjekt des übergeordneten Satzes:
Manchmal entspricht das gedachte Subjekt dem Objekt des übergeordneten Satzes:
Seltener gibt es im übergeordneten Satz kein Bezugswort. Als gedachtes Subjekt lässt sich dann meist ein unpersönlicher Ausdruck wie ‚man‘ ergänzen:
Sie nennen sie deshalb oft nicht ‚Infinitivsatz‘, sondern zum Beispiel ‚satzwertige Infinitivgruppe‘ oder ‚satzartige Infinitivkonstruktion‘.
Welche Funktionen Infinitivsätze haben können
Infinitivsätze haben meist eine von vier Funktionen:
Subjekt
Ein Infinitivsatz kann im übergeordneten Satz das Subjekt vertreten:
| Beispiel ohne Infinitivsatz | Beispiel mit Infinitivsatz |
|---|---|
| Eine Reise nach Italien wäre schön. | Nach Italien zu reisen, wäre schön. |
Nach dem Subjekt fragst du mit ‚wer oder was?‘: Wer oder was wäre schön?
- Eine Reise nach Italien.
- Nach Italien zu reisen.
Bei Infinitivsätzen in dieser Funktion können ‚zu‘ und das Komma wegfallen:
|
|
| Nach Italien zu reisen, wäre schön. | Nach Italien reisen wäre schön. |
Objekt
Infinitivsätze stehen im übergeordneten Satz manchmal anstelle eines Objekts:
| Objekt | Beispiel ohne Infinitivsatz | Beispiel mit Infinitivsatz |
|---|---|---|
| Akkusativobjekt
(Wen oder was?) |
Sie vergaß die Anmeldung beim Amt. | Sie vergaß, sich beim Amt anzumelden. |
| Genitivobjekt
(Wessen?) |
Der Staatsanwalt beschuldigte ihn des Diebstahls der Goldbarren. | Der Staatsanwalt beschuldigte ihn, die Goldbarren gestohlen zu haben. |
| Präpositionalobjekt
(hier: Worum?) |
Sie bat ihren Bruder um einen Gefallen. | Sie bat ihren Bruder, ihr einen Gefallen zu tun. |
Adverbial
Als Adverbial gibt ein Infinitivsatz die näheren Umstände einer Handlung an (z. B. deren Zweck):
Einen solchen Infinitivsatz leiten bestimmte Wörter ein:
- um
- ohne
- (an)statt
Mit ‚um … zu‘ drückst du zum Beispiel einen Zweck oder eine ausbleibende Folge aus:
| Bedeutung | Beispiel |
|---|---|
| Zweck | Der Trainer wechselte zwei Stürmer ein, um das Spiel noch zu drehen. |
| ausbleibende Folge | Es blieb zu wenig Zeit, um das Spiel noch zu drehen. |
Mit ‚ohne … zu‘ drückst du aus, dass ein üblicher Umstand nicht eintritt:
Mit ‚(an)statt … zu‘ stellst du zwei mögliche Handlungen gegenüber, von denen eine nicht ausgeführt wird:
Attribut
Als Attribut bezieht sich ein Infinitivsatz auf ein Satzglied des übergeordneten Satzes und beschreibt es genauer:
| Beispiel ohne Infinitivsatz | Beispiel mit Infinitivsatz |
|---|---|
| Der Bergsteiger erfüllte sich seinen Traum. | Der Bergsteiger erfüllte sich seinen Traum, den Mont Blanc zu besteigen. |
Meist bezieht sich der Infinitivsatz dann auf die Nominalisierung eines Verbs, das auch mit einem Infinitivsatz stehen könnte:
| Verb | Nominalisierung | Beispiele |
|---|---|---|
| hoffen | Hoffnung | Nach dem Auftaktsieg hoffte der Schachspieler, das Turnier zu gewinnen. |
| Nach dem Auftaktsieg keimte in ihm die Hoffnung, das Turnier zu gewinnen. | ||
| erlauben | Erlaubnis | Die Mutter erlaubte ihrem Sohn, länger aufzubleiben. |
| Der Sohn bekam die Erlaubnis, länger aufzubleiben. | ||
| versuchen | Versuch | Sie versuchte, die Gleichung zu lösen. |
| Sie unternahm einen neuen Versuch, die Gleichung zu lösen. |
Infinitivsatz: Komma setzen oder nicht?
Hier erfährst du, wann bei einem Infinitivsatz ein Komma steht:
Wann du ein Komma setzen musst
In den meisten Fällen steht zwischen Infinitivsatz und übergeordnetem Satz ein Komma:
| Fall | Beispiel |
|---|---|
| Der Infinitivsatz wird mit folgenden Wörtern eingeleitet: ‚als‘, ‚(an)statt‘, ‚außer‘, ‚ohne‘, ‚um‘. | Sie geht lieber ins Kino, als für die Prüfung zu lernen. |
| Anstatt für die Prüfung zu lernen, geht sie ins Kino. | |
| Sie tut alles, außer für die Prüfung zu lernen. | |
| Sie bestand die Prüfung, ohne dafür zu lernen. | |
| Um für die Prüfung zu lernen, sagte sie ihren Freunden ab. | |
| Der Infinitivsatz hängt von einem Verb, Nomen, Adjektiv oder Partizip ab. | Sie plant, für die Prüfung zu lernen. |
| Sie verwirft ihren Plan, für die Prüfung zu lernen. | |
| Sie ist bereit, für die Prüfung zu lernen. | |
| Sie ist entschlossen, für die Prüfung zu lernen. | |
| Der Infinitivsatz wird durch ein hinweisendes Wort angekündigt oder wieder aufgenommen. | Es zahlt sich aus, für die Prüfung zu lernen. |
| Für die Prüfung zu lernen, das zahlt sich aus. |
Wann du kein Komma setzen darfst
Kein Komma steht, wenn Infinitivsatz und übergeordneter Satz fest miteinander verwoben sind:
| nicht verwoben | verwoben |
|---|---|
| Kai hat zweimal versucht, das Auto zu reparieren. | Kai hat das Auto zweimal zu reparieren versucht. |
Du setzt auch kein Komma, wenn der Infinitivsatz das Subjekt des übergeordneten Satzes ist und ohne ‚zu‘ steht:
- Das Auto scheint wieder zu funktionieren.
Weitere solche Verben sind:
Wann du ein Komma setzen kannst
Du kannst ein Komma setzen oder weglassen, wenn zum zu-Infinitiv keine weiteren Wörter gehören:
|
|
| Sie hat heute keine Lust, zu lernen. | Sie hat heute keine Lust zu lernen. |
Steht der zu-Infinitiv allerdings vor dem übergeordneten Satz und wird durch ein hinweisendes Wort wieder aufgenommen, muss ein Komma stehen:
Weitere hinweisende Wörter sind zum Beispiel:
- dazu
- dafür
- daran
- dabei
- damit
Mehr über Satzbau liest du hier:
| Satzarten | Hypotaxe | Prädikativ |
| Aussagesatz | Parataxe | Nominalstil |
| Nominalphrase | Subjekt, Prädikat, Objekt | Verbalstil |
Häufig gestellte Fragen zum Infinitivsatz
- Was ist ein Infinitivsatz?
-
Ein Infinitivsatz ist eine Wortgruppe aus einem Verb im Infinitiv, dem Wort ‚zu‘ und meist weiteren Wörtern:
- Marie beschließt, in Hamburg Jura zu studieren.
Infinitivsätze können das Gleiche ausdrücken wie Nebensätze, enthalten aber anders als diese kein Subjekt:
- … dass sie Jura studiert.
- … Jura zu studieren.
Das fehlende Subjekt lässt sich hinzudenken – es entspricht meist einem Wort im übergeordneten Satz, zum Beispiel dem Subjekt oder dem Objekt:
- Marie beschließt, Jura zu studieren. (= … dass sie Jura studiert.)
- Ihr Vater rät ihr, in Hamburg zu studieren. (= … dass sie in Hamburg studieren soll.)
Tipp:
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- Was sind Beispiele für Infinitivsätze?
-
Fünf Beispiele für Infinitivsätze sind:
- … um den Bus nicht zu verpassen.
- … das Buch zu lesen.
- … anstatt ins Kino zu gehen.
- … nach Paris zu reisen.
- … ohne an morgen zu denken.
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- Wann setze ich beim Infinitivsatz ein Komma?
-
Beim Infinitivsatz musst du in drei Fällen ein Komma setzen:
- Er spielt lieber Computer, als Sport zu machen.
- Anstatt Sport zu machen, spielt er Computer.
- Er tat alles, außer Sport zu machen.
- Er ist schlank, ohne Sport zu machen.
- Um mehr Sport zu machen, sucht er sich eine Laufgruppe.
- Er plant, mehr Sport zu machen.
- Er verwirft den Plan, mehr Sport zu machen.
- Er ist bereit, mehr Sport zu machen.
- Er ist motiviert, mehr Sport zu machen.
- Der Infinitivsatz wird durch ein hinweisendes Wort angekündigt oder wieder aufgenommen:
- Es lohnt sich, Sport zu machen.
- Sport zu machen, das lohnt sich.
Kein Komma darfst du in zwei Fällen setzen:
- Der Infinitivsatz ist fest mit dem übergeordneten Satz verwoben:
- nicht verwoben: Er hat schon oft vergeblich versucht, seinen Trainingsplan einzuhalten.
- verwoben: Vergeblich hat er seinen Trainingsplan schon oft einzuhalten versucht.
- Der Infinitivsatz ist das Subjekt des übergeordneten Satzes und steht ohne ‚zu‘:
- Den Trainingsplan einhalten gelingt ihm nicht.
Du kannst ein Komma setzen oder nicht, wenn zum zu-Infinitiv keine weiteren Wörter gehören:
- Er verwirft seinen Plan, zu trainieren.
- Er verwirft seinen Plan zu trainieren.
Tipp:
Um Kommas korrekt zu setzen, nutze unsere Rechtschreibprüfung.
- Wann steht ein Infinitivsatz mit ‚zu‘?
-
Ein Infinitivsatz steht fast immer mit ‚zu‘:
- Der Trainer tut alles, um das Finale zu erreichen.
In zwei Fällen kann ‚zu‘ wegfallen:
- Der Infinitivsatz ist für den übergeordneten Satz das Subjekt:
- Das Finale zu erreichen, ist schwer.
- Das Finale erreichen ist schwer.
- Den Infinitivsatz leitet ein Fragewort ein:
- Er weiß nicht, wo zu beginnen.
- Er weiß nicht, wo beginnen.
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Dieser QuillBot-ArtikelStrohmeier, F. (2026, 21. October). Infinitivsatz | einfach erklärt mit Beispielen. Quillbot. Abgerufen am 23. Oktober 2026, von https://quillbot.com/de/blog/satzbau/infinitivsatz/
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Dudenredaktion (2016). Duden – Die Grammatik (9. Auflage). Dudenverlag.
Engel, U. (2009). Deutsche Grammatik. IUDICIUM.
Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung (2024). Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. IDS-Verlag. https://www.rechtschreibrat.com/DOX/RfdR_Amtliches-Regelwerk_2024.pdf
Glück, H. & Rödel, M. (2016). Metzler Lexikon Sprache (5. Auflage). J. B. Metzler.
Hoberg, R. & Hoberg, U. (2016). Der kleine Duden – Deutsche Grammatik (5. Auflage). Dudenverlag.