Epik | Merkmale einfach erklärt mit Beispielen

Epik ist erzählende Literatur mit einer fiktionalen (= erfundenen) Handlung.

In der Literaturwissenschaft gilt die Epik als eine der drei großen Gattungen neben der Lyrik (Gedichte) und der Dramatik (Theaterstücke).

Typische Formen der Epik sind Kurzgeschichten, Märchen, Novellen und Romane.

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Was ist Epik? Definition und Merkmale

Die Epik ist eine literarische Gattung, die sich vor allem durch zwei Merkmale auszeichnet:

  1. Es gibt eine Erzählinstanz, also einen Erzähler oder eine Erzählerin.
  2. Es gibt eine fiktionale Handlung, d. h., es wird eine erfundene Geschichte erzählt.
Beachte
In epischen Texten ist nicht nur die Handlung, sondern oft auch der Erzähler selbst fiktional. Er sollte nicht mit dem Autor gleichgesetzt werden, sondern ist Teil der Erfindung.

Heute sind die meisten epischen Texte in Prosa verfasst, also als Fließtext. An der Prosaform allein kann man Epik jedoch nicht erkennen. Denn:

  • Viele frühe epische Werke sind nicht in Prosa geschrieben, sondern in Versen, z. B. die Epen Homers oder das „Nibelungenlied“.
  • Es gibt viele Textformen, die zwar in Prosa geschrieben sind, aber trotzdem nicht zur Epik gehören, z. B. der Essay oder der Kommentar.
Tipp
Wenn dich Lyrik interessiert, lies unseren Artikel zur Gedichtanalyse. Hier erfährst du z. B. welche Reimschemas es gibt und wie man das Metrum in einem Gedicht bestimmt.

Epik, Lyrik, Dramatik: die Gattungen im Überblick

Epik, Lyrik und Dramatik sind die drei großen literarischen Gattungen. Hier siehst du ihre wichtigsten Unterscheidungsmerkmale auf einen Blick:

Tabelle: Epik, Lyrik Dramatik

Epik Lyrik Dramatik
Vermittlungs-
instanz
Erzähler lyrisches Ich Figuren, die für sich selbst sprechen
Inhalt Erfundene Handlung Meistens keine oder kaum Handlung Erfundene Handlung
Sprachliche Gestalt Meistens in Prosa, Versform ist aber auch möglich Meistens in Versform, oft mit festem Reimschema und/oder Metrum Dialoge in Prosa oder Versform; dazu Regieanweisungen
Typische 
Formen
Kurzgeschichte, Novelle, Roman Sonett, Ode, Hymne Komödie, Tragödie
Beachte
Die meisten literarischen Formen lassen sich eindeutig einer der drei Gattungen zuordnen. Manche umfassen jedoch Merkmale verschiedener Gattungen, z. B.:

  • Ballade: Lyrische Form mit erfundener Handlung und häufig auch Dialogen (z. B. „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe)
  • Episches Theater: Form der Dramatik mit erzählerischen Elementen (z. B. „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht)

Epische Formen mit Beispielen

Es gibt viele verschiedene epische Textformen. Häufig werden sie nach ihrer Länge in Kleinformen, Formen mittlerer Länge und Großformen unterteilt.

Epik: Textsorten

Grobe Unterscheidung
nach Länge
Einzelne epische Formen Bekannte Beispiele
Kleinformen Anekdote
  • Johann Peter Hebel: „Unverhofftes Wiedersehen“
  • Heinrich von Kleist: „Der Griffel Gottes“
  • Marie von Ebner-Eschenbach: „“
Fabel
  • Äsop: „Zwei Frösche“
  • Gotthold Ephraim Lessing: „Der Hamster und die Ameise“
  • Franz Kafka: „Kleine Fabel“
Kurzgeschichte
  • Wolfgang Borchert: „Nachts schlafen die Ratten doch“
  • Ilse Aichinger: „Spiegelgeschichte“
  • Peter Bichsel: „San Salvador“
Legende
  • Hartmann von Aue: „Gregorius oder: Der gute Sünder“
  • Goethe: „Legende vom Hufeisen“
  • Gottfried Keller: „Die Jungfrau und die Nonne“
Märchen
  • Brüder Grimm: „Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“
  • Wilhelm Hauff: „Das kalte Herz“ (Binnenerzählung aus Das Wirtshaus im Spessart)
  • Hans Christian Andersen: „Die Prinzessin auf der Erbse“
Parabel
  • Franz Kafka: „Der Geier“
  • Ingeborg Bachmann: „Ein Geschäft mit Träumen“
  • Fjodor Dostojewski: „Der Großinquisitor“ (Binnenerzählung aus Die Brüder Karamasow)
Sage
  • Unbekannt: „Der Rattenfänger von Hameln“
  • Unbekannt: „Rübezahl“
  • Unbekannt: „Die Loreley“
Formen mittlerer Länge Erzählung
  • E. T. A. Hoffmann: „Der Sandmann“
  • Franz Kafka: „Die Verwandlung“
  • Ingeborg Bachmann: „Das dreißigste Jahr“
Novelle
  • Heinrich von Kleist: „Das Erdbeben in Chili“
  • Annette von Droste-Hülshoff: „Die Judenbuche“
  • Thomas Mann: „Der Tod in Venedig“
Großformen Epos
  • Homer: „Ilias“
  • Vergil: „Aeneis“
  • Unbekannt: „Das Nibelungenlied“
Roman
  • Anna Seghers: „Das siebte Kreuz“
  • Hans Fallada: „Jeder stirbt für sich allein“
  • Herta Müller: „Atemschaukel“

Epik-Analyse: Aufbau

Bei einer Epik-Analyse geht es um die genaue Untersuchung eines epischen (= erzählenden) Textes hinsichtlich folgender Aspekte:

  • Inhalt und Struktur
  • Erzählinstanz und Erzählsituation
  • Zeit
  • Raum
  • Figuren
  • Sprache und Stilmittel

Ziel der Analyse ist es, die Wirkungsweise des Textes zu verstehen und die Ergebnisse zu einer Gesamtdeutung zusammenzuführen.

Aufbau einer Epik-Analyse

Einleitung
  • Titel des Werks
  • Autor/Autorin
  • Textart (z. B. Kurzgeschichte, Novelle oder Roman)
  • Thema in einem Satz
  • Erscheinungsjahr und Epoche
  • Deutungshypothese (= Vermutung zur Frage, was der Text ausdrücken soll oder welche Botschaft er vermittelt)
Hauptteil Teil A: Inhalt und Struktur

  • Wo und wann spielt die Handlung?
  • Wer sind die Hauptfiguren und was treibt sie an?
  • Was ist der zentrale Konflikt der Handlung?
  • Was sind entscheidende Wendepunkte?
  • Wie geht die Geschichte aus?

Tipp: Hier nur einen Überblick geben, nicht in Einzelheiten verlieren! Wichtiges kannst du im Folgenden noch vertiefen.

Teil B: Erzählinstanz und Erzählsituation

Wer erzählt und wie wird erzählt?

  • Auktorialer Erzähler: allwissend, kennt die Gedanken und Gefühle aller Figuren, kann die Handlung auch selbst kommentieren
  • Personaler Erzähler: Erzählung aus Sicht einer oder mehrerer Figuren in der 3.-Person-Perspektive
  • Ich-Erzähler: Erzählung aus Sicht einer oder mehrerer Figuren in der 1.-Person-Perspektive
  • Neutraler Erzähler: distanzierte, objektive Erzählung der Ereignisse ‚von außen‘

Gibt es Hinweise darauf, dass der Erzähler den Lesenden falsche, unvollständige oder widersprüchliche Informationen vermittelt?

  • Wenn ja, spricht man von einem unzuverlässigen Erzähler.
Teil C: Zeit

Wie ist das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit?

  • Zeitdeckung: Erzählzeit entspricht der erzählten Zeit.
    • (Wenn man 1 Stunde liest, erfährt man, was in der Geschichte binnen ungefähr 1 Stunde passiert ist.)
  • Zeitdehnung: Erzählzeit ist größer als die erzählte Zeit.
    • (Wenn man 1 Stunde liest, erfährt man, was in der Geschichte z. B. binnen 20 Minuten passiert ist.)
  • Zeitraffung: Erzählzeit ist kleiner als die erzählte Zeit.
    • (Wenn man 1 Stunde liest, erfährt man, was in der Geschichte z. B. binnen 20 Jahren passiert ist.)

Wird alles chronologisch (= in der richtigen Reihenfolge) erzählt? Oder gibt es z. B. Rückblicke oder Vorausdeutungen?

  • Rückblicke haben häufig die Funktion, weitere Informationen zu den Figuren zu vermitteln.
  • Vorausdeutungen werden häufig verwendet, um Spannung zu erzeugen.
Teil D: Raum

In welchem Raum bzw. welchen Räumen bewegen sich die Figuren? Man unterscheidet dabei drei Arten von Räumen:

  • Handlungsraum: An welchen physischen Orten spielt die Geschichte?
  • Lebensraum: In welchem gesellschaftlichen Umfeld bewegen sich die Figuren?
  • Geistiger Raum: Gibt es Erinnerungen, Träume oder Fantasien, durch die Figuren den Handlungsraum geistig verlassen?
Teil E: Figuren

Wie werden die Hauptfiguren der Erzählung beschrieben und wie entwickeln sie sich im Laufe der Handlung?

  • Komplexe vs. einfache Figuren: Komplexe Figuren sind dicht und lebensnah beschrieben, sie wirken ‚echt‘; einfache Figuren erscheinen flach und stereotyp.
  • Dynamische vs. statische Figuren: Dynamische Figuren machen im Laufe der Handlung eine Entwicklung durch, statische Figuren nicht.

Wie ist die Beziehung der Figuren untereinander? Welche Konflikte bestehen und wie werden diese Konflikte aufgelöst?

Teil F: Sprache und Stilmittel

Wie ist der Text sprachlich gestaltet?

  • Satzbau: Sind die Sätze lang und komplex oder bewusst kurz und einfach gehalten?
  • Stilebene: Wird die Standardsprache verwendet oder die Umgangssprache nachgeahmt?
  • Stilmittel: Gibt es in der Erzählung auffällige Stilmittel?

Achte darauf, dass du die sprachlichen Merkmale nicht bloß benennst, sondern auch ihre Wirkung oder Funktion beschreibst.

  • Kurze, klare Sätze erzeugen z. B. häufig den Eindruck einer gewissen Ruhe und Sachlichkeit.
  • Eine bildreiche Sprache hat oft die Funktion, starke Gefühle auszudrücken.
Schluss
  • Zusammenfassung der Ergebnisse
  • Überprüfung und ggf. Anpassung/Korrektur der Deutungshypothese aus der Einleitung
  • Falls gefordert: Persönliche Stellungnahme
Beachte
Achte beim Schreiben einer Epik-Analyse immer genau auf die Aufgabenstellung. Häufig soll der Fokus auf einen bestimmten Aspekt gelegt werden, z. B. die Figurenentwicklung.

Die anderen Aspekte kannst du dann knapper behandeln oder überhaupt nur berücksichtigen, wenn sie für die Figurenentwicklung relevant sind.

Tipp
Auf unserem QuillBlog findest du eine Liste der wichtigsten sprachlichen Mittel, die du für eine Epik-Analyse kennen solltest. Zum Beispiel:

Häufig gestellte Fragen über Epik

Was sind die Merkmale der Epik?

Merkmale der Epik sind:

  1. Es gibt einen Erzähler oder eine Erzählerin.
  2. Es wird eine fiktionale (= erfundene) Geschichte erzählt.

Epische Texte können in Prosa (= Fließtext) oder Versen geschrieben sein. Beispiele für epische Textformen sind:

Die beiden anderen großen literarischen Gattungen sind die Lyrik und die Dramatik.

  • In der Lyrik gibt es meistens keine oder kaum Handlung. Statt eines Erzählers gibt es ein lyrisches Ich.
  • In der Dramatik gibt es zwar eine Handlung, aber sie wird dargestellt und nicht erzählt.

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Welche Texte sind Epik?

Zur Gattung der Epik (= erzählende Literatur) zählen z. B. folgende Textformen:

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Was ist typisch episch?

Typisch episch ist, wenn es in einem Text einen Erzähler oder eine Erzählerin gibt und eine erfundene Geschichte erzählt wird.

Epische Texte können in Prosa (= Fließtext) oder Versen geschrieben sein und in ihrer Länge stark variieren.

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Was ist Epik genau?

Epik ist erzählende Literatur mit einer erfundenen Handlung.

Man unter zwischen

Epische Texte sind heute meistens in Prosa (= Fließtext) geschrieben. Sie können aber auch in Versen verfasst sein (so z. B. in den Epen Homers).

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Was ist die Gattung Epik?

Epik ist die Gattung der erzählenden Literatur. Dazu gehören z. B. Kurzgeschichte, Novellen und Romane.

In der Literaturwissenschaft gilt die Epik als eine der drei großen Gattungen neben der Lyrik (Gedichte) und der Dramatik (Theaterstücke).

Epische Texte können in Prosa (= Fließtext) oder Versen geschrieben sein und ihre Länge kann sich stark unterscheiden.

Mehr über die verschiedenen Textformen der Gattung Epik erfährst du hier:

Tipp:

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