Adverb | Definition, Arten und Beispiele
Adverbien sind unveränderliche Wörter wie ‚hier‘, ‚jetzt‘ oder ‚gern‘, die meist die näheren Umstände eines Geschehens angeben.
Sie drücken zum Beispiel aus, wo, wann oder wie etwas geschieht, und lassen sich je nachdem erfragen:
| Adverb | Beispiel | Frage |
|---|---|---|
| hier | Der Hund spielt hier. | Wo spielt der Hund? Hier. |
| jetzt | Er spielt jetzt. | Wann spielt er? Jetzt. |
| gern | Er spielt gern. | Wie spielt er? Gern. |
Was ist ein Adverb?
Unter ‚Adverb‘ versteht man eine Wortart, zu der Wörter wie ‚dort‘, ‚deshalb‘ oder ‚gestern‘ gehören.
Die Form der meisten Adverbien bleibt immer gleich, egal wie sie im Satz verwendet werden:
Das Spiel gestern haben wir gewonnen.
Das Spiel war gestern.
Nur einige wenige Adverbien können gesteigert werden und drücken dann einen höheren Grad aus:
| Grundstufe (Positiv) | Höherstufe (Komparativ) | Höchststufe (Superlativ) |
| bald | eher | am ehesten |
| gern | lieber | am liebsten |
| oft | öfter | am öftesten |
| sehr | mehr | am meisten |
| wohl | wohler | am wohlsten |
Die meisten Adverbien können allein vor dem konjugierten Verb eines Aussagesatzes stehen; sie unterscheiden sich dadurch von Partikeln wie ‚ja‘, die das nicht können:
| Position vor Verb | Position nach Verb | |
| Partikel |
|
|
| Adverb |
|
|
Welche Arten von Adverbien gibt es?
Adverbien lassen sich nach ihrer Bedeutung in vier Arten unterteilen:
Zudem unterscheidet man nach ihrer Bildung und Verwendungsweise folgende Arten:
- Präpositionaladverbien
- Konjunktionaladverbien
- Relativadverbien
- Interrogativadverbien
- Kommentaradverbien
Lokaladverbien
Lokaladverbien (= Adverbien des Ortes) sind Wörter wie ‚da‘ oder ‚dahin‘, die einen Ort oder eine Richtung ausdrücken.
Meist kannst du sie mit ‚wo?‘ oder ‚wohin?‘ erfragen:
| Adverb | Beispiel | Frage | |
| Ort | da | Da ist eine Lichtung. | Wo ist die Lichtung? Da. |
| Richtung | dahin | Gehen wir dahin! | Wohin gehen wir? Dahin. |
Temporaladverbien
Temporaladverbien (= Adverbien der Zeit) sind Wörter wie ‚jetzt‘, ‚lange‘ oder ‚manchmal‘, die einen Zeitpunkt, eine Dauer oder eine Häufigkeit ausdrücken.
Du kannst sie meist mit ‚wann?‘, ‚wie lange?‘ oder ‚wie oft?‘ erfragen:
| Adverb | Beispiel | Frage | |
| Zeitpunkt | jetzt | Marie lernt jetzt Latein. | Wann lernt sie Latein? Jetzt. |
| Dauer | lange | Sie lernt lange Latein. | Wie lange lernt sie Latein? Lange. |
| Häufigkeit | manchmal | Sie lernt manchmal Latein. | Wie oft lernt sie Latein? Manchmal. |
Modaladverbien
Modaladverbien (= Adverbien der Art und Weise) sind Wörter wie ‚bestens‘ oder ‚sehr‘, die die Art und Weise oder Grad und Maß von etwas ausdrücken.
Häufig kannst du sie mit ‚wie?‘ erfragen.
| Adverb | Beispiel | Frage | |
|---|---|---|---|
| Art und Weise | bestens | Er hat sich bestens vorbereitet. | Wie hat er sich vorbereitet? Bestens. |
| Grad und Maß | sehr | Sie freut sich sehr. | Wie freut sie sich? Sehr. |
Kausaladverbien
Kausaladverbien (= Adverbien des Grundes) sind Wörter wie ‚vorsichtshalber‘, die einen Grund ausdrücken.
Sie lassen sich mit ‚warum?‘ erfragen:
Warum nehme ich einen Schirm mit? Vorsichtshalber.
Viele Kausaladverbien zeigen an, wie sich ein Satz inhaltlich auf den vorherigen bezieht, und sind damit auch Konjunktionaladverbien.
Sie können nicht nur einen Grund anzeigen, sondern beispielsweise auch eine Folge oder einen Gegengrund:
| Beziehung | Adverb | Satz 1 | Satz 2 |
|---|---|---|---|
| Grund | nämlich | Das Spiel fällt aus. | Es hagelt nämlich. |
| Folge | deshalb | Es hagelt. | Deshalb fällt das Spiel aus. |
| Gegengrund | trotzdem | Es hagelt. | Trotzdem fällt das Spiel nicht aus. |
Präpositionaladverbien
Präpositionaladverbien sind Wörter wie ‚dafür‘, ‚hiermit‘ oder ‚wodurch‘.
Sie sind aus zwei Teilen gebildet: einem der Adverbien ‚da‘, ‚hier‘ oder ‚wo‘ und einer Präposition:
| Adverb | Präposition | Präpositionaladverb |
|---|---|---|
| da | für | dafür |
| hier | mit | hiermit |
| wo | zu | wozu |
Im Satz verwendet man sie häufig wie ein Pronomen mit vorangestellter Präposition:
| Pronomen (mit Präposition) | Der Vorschlag? Ich stimme für ihn. |
| Präpositionaladverb | Der Vorschlag? Ich stimme dafür. |
Sie heißen deshalb auch Pronominaladverbien.
Konjunktionaladverbien
Konjunktionaladverbien sind Wörter wie ‚nämlich‘, ‚zudem‘ oder ‚nachher‘, die anzeigen, wie sich ein Satz inhaltlich auf den vorherigen bezieht.
Der zweite Satz kann den ersten zum Beispiel begründen, ergänzen oder zeitlich auf ihn Bezug nehmen:
| Beziehung | Adverb | Satz 1 | Satz 2 |
|---|---|---|---|
| Grund | nämlich | Wir gehen ins Freibad. | Es ist nämlich heiß. |
| Reihung | zudem | Es ist heiß. | Zudem weht kein Wind. |
| Zeit | nachher | Jetzt ist es heiß. | Nachher soll es kühler werden. |
Relativadverbien
Relativadverbien sind Wörter wie ‚worüber‘, die einen Nebensatz einleiten.
Sie beziehen sich meist auf ein Wort im übergeordneten Satz oder auf den ganzen Satz:
| Bezug | Beispiel |
|---|---|
| Wort | Es gibt nichts, worüber du dir Sorgen machen musst. |
| Satz | Alles hat geklappt, worüber ich mich gefreut habe. |
Nebensätze sind Sätze, die nicht allein stehen können. Wenn ein Nebensatz durch ein Relativadverb eingeleitet wird, spricht man von einem Relativsatz.
Interrogativadverbien
Interrogativadverbien (= Frageadverbien) sind Wörter wie ‚wo‘, ‚wann‘, ‚wie‘ oder ‚warum‘, die einen Fragesatz einleiten.
Der Fragesatz kann direkt oder indirekt sein:
| Direkter Fragesatz | Wo warst du im Urlaub? |
| Indirekter Fragesatz | Er fragte sie, wo sie im Urlaub war. |
Kommentaradverbien
Kommentaradverbien (= Satzadverbien) sind Wörter wie ‚vielleicht‘ oder ‚glücklicherweise‘, die ausdrücken, wie der Sprecher einem Sachverhalt gegenüber eingestellt ist.
Sie zeigen also an,
- für wie wahrscheinlich er den Sachverhalt hält (Geltung) oder
- wie er ihn bewertet (Bewertung).
| Adverb | Beispiel | |
| Geltung | vielleicht | Vielleicht klappt es. |
| Bewertung | glücklicherweise | Glücklicherweise hat es geklappt. |
Wichtige Adverbien: Liste
Hier findest du eine Übersicht mit wichtigen Adverbien der verschiedenen Arten:
| Art | Adverb |
|---|---|
| Lokaladverbien | da |
| hier | |
| dort | |
| hin | |
| her | |
| Temporaladverbien | jetzt |
| dann | |
| lange | |
| oft | |
| schon | |
| Modaladverbien | anders |
| gern | |
| so | |
| sehr | |
| zusammen | |
| Kausaladverbien | nämlich |
| deshalb | |
| sonst | |
| dazu | |
| dagegen | |
| trotzdem | |
| deinetwegen | |
| sicherheitshalber | |
| Präpositionaladverbien
(= Pronominaladverbien) |
dabei |
| dafür | |
| hiermit | |
| worauf | |
| wozu | |
| Konjunktionaladverbien | außerdem |
| danach | |
| nämlich | |
| dann | |
| deswegen | |
| allerdings | |
| dagegen | |
| dadurch | |
| dazu | |
| freilich | |
| genauso | |
| Relativadverbien | warum |
| wobei | |
| wogegen | |
| womit | |
| wovon | |
| Interrogativadverbien | wo |
| wohin | |
| wann | |
| wie | |
| warum | |
| Kommentaradverbien | kaum |
| sicherlich | |
| vielleicht | |
| glücklicherweise | |
| leider |
Wie verwende ich ein Adverb im Satz?
Du kannst Adverbien im Satz auf drei Weisen verwenden:
Adverbiale Bestimmung
Die adverbiale Bestimmung ist ein Satzglied, das die näheren Umstände eines Geschehens angibt.
Adverbien werden am häufigsten in dieser Funktion verwendet. Sie drücken dann zum Beispiel aus, wo, wann, wie oder warum etwas geschieht, und lassen sich je nachdem erfragen:
| Beispiel | Frage | |
| Ort | Max spielt draußen Fußball. | Wo spielt Max Fußball? Draußen. |
| Zeitpunkt | Er spielt gerade Fußball. | Wann spielt er Fußball? Gerade. |
| Art und Weise | Fußball spielt er gern. | Wie spielt er Fußball? Gern. |
| Grund | Er spielt spaßeshalber Fußball. | Warum spielt er Fußball? Spaßeshalber. |
Als adverbiale Bestimmung lassen sich nicht nur Adverbien verwenden, sondern auch Adjektive, Präpositionalgruppen oder Nebensätze:
| Beispiel | |
| Adjektiv | Er spielt gut Fußball. |
| Präpositionalgruppe | Er spielt im Verein Fußball. |
| Nebensatz | Er spielt Fußball, seit er ein Kind war. |
Attribut
Ein Attribut ist ein Satzteil, das meist ein Substantiv (= Nomen) genauer bestimmt:
Adverbien werden nur selten in dieser Funktion verwendet.
Prädikativ
Das Prädikativ ist ein Satzglied, das mit Kopulaverben wie ‚sein‘ das Prädikat eines Satzes bildet:
In dieser Funktion kommen Adverbien relativ selten vor.
Was ist der Unterschied zwischen Adverbien und Adjektiven?
Adverbien und Adjektive unterscheiden sich darin,
- ob sich ihre Form verändern lässt und
- wie sie normalerweise verwendet werden.
Adverbien (z. B. ‚morgen‘) können in aller Regel nicht verändert werden, Adjektive (z. B. ‚blau‘) schon:
| Grundform | veränderte Form | |
| Adverb | morgen | / |
| Adjektiv | blau |
|
Adverbien geben in der Regel die näheren Umstände eines Geschehens an (z. B. einen Zeitpunkt), Adjektive drücken meist eine Eigenschaft einer Person oder Sache aus:
Was für ein blauer Himmel!
Adverbien: Übungen
- Es hat ___ den ganzen Tag geschneit.
- ___ kommst du?
- Sie zieht in einer Woche ___.
- ___ ändert er seine Meinung ja noch.
- Das ist etwas, ___ ich noch nie nachgedacht habe.
- Sie lernt viel. ___ fallen ihr Prüfungen leicht.
- Es hat gestern den ganzen Tag geschneit.
- Wann kommst du?
- Sie zieht in einer Woche hierher.
- Vielleicht ändert er seine Meinung ja noch.
- Das ist etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe.
- Sie lernt viel. Deshalb fallen ihr Prüfungen leicht.
- morgen
- anders
- deshalb
- dort
- sicherheitshalber
- sehr
- Temporaladverb
- Modaladverb
- Kausaladverb
- Lokaladverb
- Kausaladverb
- Modaladverb
Häufig gestellte Fragen zu Adverbien
- Was sind Beispiele für Adverbien?
-
Beispiele für Adverbien sind:
- anders
- außerdem
- da
- dafür
- dann
- deshalb
- gern
- her
- hier
- hin
- jetzt
- lange
- leider
- nämlich
- sehr
- vielleicht
- wann
- warum
- wo
- wozu
Tipp:
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- Welche Arten von Adverbien gibt es?
-
Nach ihrer Bedeutung unterscheidet man vier Arten von Adverbien:
- Lokaladverbien (= Adverbien des Ortes), z. B. ‚hier‘
- Temporaladverbien (= Adverbien der Zeit), z. B. ‚jetzt‘
- Modaladverbien (= Adverbien der Art und Weise), z. B. ‚gern‘
- Kausaladverbien (= Adverbien des Grundes), z. B. ‚nämlich‘
Nach ihrer Bildung und Verwendungsweise lassen sich zudem folgende Arten ansetzen:
- Präpositionaladverbien oder Pronominaladverbien, z. B. ‚dafür‘
- Konjunktionaladverbien, z. B. ‚deshalb‘
- Relativadverbien, z. B. ‚wobei‘
- Interrogativadverbien, z. B. ‚wo‘
- Kommentaradverbien, z. B. ‚vielleicht‘
Tipp:
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- Was bedeutet ‚Adverb‘ auf Deutsch?
-
‚Adverb‘ bedeutet auf Deutsch ‚zum Verb gehörig‘.
Es ist aus zwei lateinischen Wörtern zusammengesetzt:
- ad (zu, bei)
- verbum (Wort)
Adverbien heißen so, weil sie sich auf das Verb im Satz beziehen können:
- Sie sprang kopfüber ins Wasser.
Oft beziehen sich Adverbien aber auch auf andere sprachliche Einheiten, zum Beispiel auf Substantive, andere Adverbien oder den ganzen Satz:
- Substantiv: Die Leute hier werden mir fehlen.
- Adverb: Die Reise beginnt schon morgen.
- Satz: Natürlich ist er schon aufgeregt.
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- Wie nennt man Adverbien noch?
-
Man nennt Adverbien auch ‚Umstandswörter‘.
Sie geben nämlich oft die näheren Umstände eines Geschehens an, also wo, wann, wie oder warum etwas geschieht:
- Ort: Lara trainiert dort.
- Zeit: Sie trainiert jetzt.
- Art und Weise: Sie trainiert gern.
- Grund: Sie trainiert gesundheitshalber.
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